Um rund 11 Euro im Monat werden Haushalte im Schnitt ab Jänner mehr für Energie zahlen müssen. Die Gebühren für Strom- sowie Gasnetz steigen nämlich österreichweit um bis zu 23 Prozent. Dafür gibt es zwei Gründe.
Nach der Zustimmung der Energie-Regulierungskommission ist es nun fix: Ab Jänner werden Haushalte und Betriebe einiges mehr für Strom und Gas zahlen müssen. Wie berichtet geht es um die Netzgebühren, die jeder Verbraucher unabhängig von seinem Energieversorger auf der Rechnung hat.
Gebühren steigen, doch es gibt regionale Unterschiede
Konkret klettert die Gebühr für Strom über alle Konsumenten um 19 Prozent, bei Haushalten sogar um 23 Prozent. Beim üblicherweise angenommenen Durchschnittsverbrauch von 3500 Kilowattstunden (kWh) im Jahr ergibt das für private Konsumenten rund 73 Euro Mehrkosten, was im Monat umgerechnet 6,10 Euro ausmacht.
Wer Erdgas verbraucht, bezahlt beim Jahresverbrauch von 15.000 kWh künftig 16,6 Prozent mehr. Im Monat sind das weitere rund 5 Euro zusätzlich. In Summe wird ein Haushalt somit durchschnittlich 11 Euro monatlich tiefer in die Tasche greifen müssen.
Regional gibt es jedoch Unterschiede. Bei Strom steigen die Netzgebühren in Oberösterreich, Niederösterreich und dem Burgenland stärker als im Rest. Bei Gas ist hingegen in Graz sogar eine Senkung der Gebühr drin.
Stromverbrauch wird deutlich steigen
Das liegt an den Gründen der höheren Belastungen. Erstens schlagen sich die hohen Investitionen in das Stromnetz nieder, die wegen der Umwandlung des Energiesystems zu mehr „grünen“ Energiequellen erforderlich sind. Es kommen laufend zusätzliche Erzeuger (PV-Anlagen, Windräder, Biogasanlagen etc.) ans Netz, das deshalb angepasst werden muss. Zudem wird der Stromverbrauch deutlich steigen. Fazit: „Im Vorjahr wurden noch 2,5 Mrd. Euro durch die Nutzungsentgelte aufgebracht, so sind es im laufenden Jahr bereits 3 Milliarden“, erklärt Alfons Haber, Vorstand der Energiebehörde E-Control. Diese Gesamtsumme wird auf alle Verbraucher aufgeteilt.
Zweiter Grund ist der spürbar rückläufige Verbrauch, der über die Strom- und Gasnetze läuft. Bei Strom etwa wurde zuletzt durch die vielen Teil-Eigenversorger mit Haus-PV-Anlagen um fast sechs Prozent weniger Elektrizität über die Leitungen ausgetauscht. Die hohen Kosten müssen daher auf weniger Abgabemenge verteilt werden, pro Verbraucher erhöht das also den Beitrag.
Weniger Gasverbrauch dank milden Wetters
Bei Gas sank die Menge sogar um rund sieben Prozent, etwa wegen des Umstiegs auf andere Heizsysteme, milden Winters und der Konjunkturflaute, die den Verbrauch der Industrie dämpft.
Rechnet man noch, dass ab Jänner die Strompreis-Bremse beendet wird und Elektrizitäts- sowie Erdgasabgabe steigen, so wird die Energierechnung wohl für alle Verbraucher spürbar höher.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.