Über 27 Jahre hinweg soll ein 61-Jähriger in Kärnten sieben Mädchen sexuell missbraucht haben. Zumindest ein Opfer wird vermutlich sein Leben lang an den traumatischen Folgen der schweren Übergriffe leiden – was das Klagenfurter Gericht veranlasst hat, (fast) die Höchststrafe zu verhängen.
Eine Anzeige und ein Haftbefehl aus Schweden haben den unglaublichen Missbrauchsfall in Kärnten losgetreten: Ein 61-Jähriger wird von sieben Mädchen beschuldigt, sie in einem Zeitraum von 27 Jahren als kleine Kinder vergewaltigt zu haben. „Ich habe nichts getan“, beteuert der pensionierte Gärtner und Verteidiger Oliver Lorber spricht gar von „einer Clan-Anzeige aus Eifersucht“.
Dem steht die erschütternde Aussage eines der Opfer entgegen. Die junge Frau verstand lange nicht, was ihr „der beste Onkel“ im Kleinkindalter angetan hatte, wenn er mit ihr badete oder ein Schläfchen machte. Versuche, sich ihrer Mutter anzuvertrauen, scheiterten. Depressionen und Suizidgedanken kamen auf. „Niemand hat mir geglaubt“, sagt sie.
Das Klagenfurter Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Gernot Kugi tut es jetzt endlich – der Mann wird in diesem ersten Fall zu 14 Jahren Haft verurteilt und muss 37.000 Euro Schmerzengeld bezahlen. Ob angesichts der hohen Strafe die Fälle der anderen Opfer noch verhandelt werden müssen, ist unklar. Der Angeklagte hat sofort Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde angemeldet.
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