Obwohl Tourismus Tiroler Kernkompetenz ist, ist Wirtschaftslandesrat Mario Gerber bei den Regierungsverhandlungen in Wien außen vor – aber nicht ganz. An den von LH Anton Mattle nominierten Chef-Verhandler richtet er konkrete Wünsche.
Wichtige Tourismus-Themen werden in Wien verhandelt, aber der für Tourismus zuständige Landesrat Mario Gerber sitzt im Landhaus in Innsbruck und schaut aus der Ferne zu. Arbeitslandesrätin Astrid Mair hingegen darf in Wien mitmischen, obwohl Tourismus in Tirol mindestens einen ebenso hohen Stellenwert besitzt wie Arbeitsmarkt.
Da verhandelt ein politisches Schwergewicht mit entsprechender Erfahrung.
LR Mario Gerber
Tourismus ist Ländersache
Gerber bekannte bereits mit Blick auf die laufenden schwarz-rot-pinken Regierungsverhandlungen „das eine oder andere Bauchweh“ zu haben. Er fordert – wie berichtet – eine „Reformregierung in all ihren Facetten“ mit Fokus auf Wirtschaft, Industrie und Standort. Dass LH Anton Mattle für Wien den langjährigen Seilbahn- und VP-Tourismussprecher (und Gerber-Widersacher bei der WB-Wahl) Franz Hörl nominierte, sieht Gerber hingegen nicht kritisch: „Da verhandelt ein politisches Schwergewicht mit entsprechender Erfahrung“, sagt er. Zudem sei Tourismus Ländersache, 95 Prozent der Entscheidungen fallen auf Länder- und nicht auf Bundesebene, betont Gerber.
Positionspapier schon zugestellt
Zur Sicherheit hat er Hörl aber ein Positionspapier mit wichtigen Punkten aus Tiroler Sicht mitgegeben: Abschaffung der Kontingente für Drittstaaten-Mitarbeiter, Neuregelung bei der Bewertung von Mitarbeiterunterkünften hinsichtlich Nachweis des Lebensmittelpunkts und nicht zuletzt die Einheimischentarife.
Die vom Tourismuslandesrat geäußerten Wünsche verleihen mir zusätzliches Gewicht bei den Verhandlungen.
Ex-NR Tourismussprecher Franz Hörl
Freundliche Reaktion
Ex-NR Franz Hörl reagiert freundlich: „Die vom Tourismuslandesrat geäußerten Wünsche verleihen mir zusätzliches Gewicht bei den Verhandlungen“, sagt Hörl. Es sei sehr erfreut, von LH Mattle nominiert worden zu sein. Über den Verlauf der Verhandlungen will Hörl nichts sagen, außer, dass das Klima „gut“ sei.
VP-Landesgeschäftsführer Florian Klotz betont, dass mit WKO-Vizepräsidentin Martha Schulz eine weitere Tirolerin ihre Expertise einbringt. Beide, Hörl und sie, seien „sehr eng“ mit Gerber sowie mit den Branchenvertretern abgestimmt.
Leerstand besonders in Tourismusorten
Eine deutliche Erhöhung der Leerstandsabgabe auf bis zu 30 Prozent des Mietpreises soll der Landtag im März 2025 beschließen. Die Gesetzesnovelle dazu wurde am Freitag in Begutachtung geschickt. Die Opposition reagierte sehr verhalten.
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