Mitten im Europaschutzgebiet an der Mank im Bezirk Melk wüteten jetzt Motorsägen und schwere Äxte – Naturschützer sind empört! Doch der Ortschef verteidigt die Maßnahmen.
Eisvögel, Bachforellen und so manches andere hilflose Getier befand sich vermutlich in wilder Flucht, als jetzt die Schlägerungstrupps bei St. Leonhard am Forst anrückten und mit Stumpf und Stängel uralte Baumriesen fällten, als wären es bloß Stäbchen vom Chinesen ums Eck.
Aktivisten orten „Umweltfrevel“
Empört eilte Dr. Erhard Kraus, der Obmannstellvertreter der „Forschungsgemeinschaft Lanius“ an den Ort des Weidengemetzels. Dafür habe es mutmaßlich weder eine Zustimmung des Grundeigentümers, der Republik Österreich, noch der NÖ-Wasserbauabteilung und schon gar nicht der Fischerei gegeben. „Diese Verwüstung im Europaschutzgebiet – unter anderem mitten im Flussbett – ist ökologisch unverantwortlich und hätte auch naturschutzrechtlich einer Bewilligung bedurft“, kritisiert Kraus. Ein Mitstreiter schreit seine Wut über den „Umweltfrevel“ noch lauter und deutlicher in die stille Au hinaus: „Das ist ein Gehölzdiebstahl der Hackschnitzel-Mafia!“
Bei der Rodung hat man dort ausgerechnet während der Laichzeit der Forellen ohne Rücksicht auf Verluste mit schwerem Gerät gewütet.
„Lanius“-Aktivist Dr. Erhard Kraus
Verklausungen nach Flut
Der in die Verantwortung genommene und mit Klage bedrohte Ortschef Hans-Jürgen Resel versteht die Aufregung nicht: „Wir müssen nach der Flut Verklausungen und Totholz entfernen. Wende ich diese Gefahren in Hinblick auf weitere Hochwässer nicht ab, stehe ich mit einem Fuß nicht im Wasser, sondern im Kriminal.“
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.