ARD-Premiere

„Bis zur Wahrheit“: Sich dem Trauma stellen

TV
20.11.2024 06:00

In „Bis zur Wahrheit“ (ARD, 20.15 Uhr) geht die beliebte Schauspielerin Maria Furtwängler in der Rolle der erfolgreichen Neurochirurgin Martina an ihre darstellerischen Grenzen.

Martina (Maria Furtwängler) ist eine erfolgreiche Neurochirurgin und steht auch privat mit beiden Beinen fest im Leben. Beim Gemeinschaftsurlaub mit dem befreundeten Paar Jutta (Margarita Broich) und Torsten (Uwe Preuss) und deren gemeinsamen Sohn Mischa (Damian Hardung) eskaliert eine Strandparty. Beim Schwimmen im Pool wird Martina von Mischa vergewaltigt. Versuche, danach wieder ins normale Leben zurückzufinden, scheitern. Ihre Familie und das Umfeld bemerken die Veränderungen in ihrem Verhalten und als die große Bombe schließlich öffentlich platzt, muss sich die Ärztin nicht nur ihrem Trauma stellen, sondern auch mit skeptischen und ablehnenden Reaktionen von außen klarkommen. Um ihre Seele und ihren Ruf zu retten, greift sie zu drastischen Mitteln.

Nach der Vergewaltigung beobachtet Martin im Urlaub ihre Verletzungen.
Nach der Vergewaltigung beobachtet Martin im Urlaub ihre Verletzungen.(Bild: NDR/Boris Laewen/Roland Stuprich)

„Bis zur Wahrheit“ (ARD, 20.15 Uhr) ist ein einnehmendes und entlarvendes Missbrauchsdrama mit der beliebten Maria Furtwängler in ihrer bislang mutigsten Rolle. Masturbation, Vergewaltigung, seelischer Bruch – in diesem intensiven Spiel geht die 58-Jährige aufs Ganze. „Wie es ist, sukzessive den Boden unter den Füßen zu verlieren, daran habe ich in meiner Vorbereitung intensiv gearbeitet: Was passiert da im Körper, wie verhält, wie bewegt sich jemand, dem so etwas passiert? Und klarmacht einen eine solche Rolle auch persönlich fertig, es dauert, das aus den Kleidern zu bekommen. Man kann das wissen, aber nicht verhindern.“

Martinas Freundin Jutta (Margarita Broich) steckt in der Zwickmühle.
Martinas Freundin Jutta (Margarita Broich) steckt in der Zwickmühle.(Bild: NDR/Boris Laewen/Roland Stuprich)

Die Figurenzeichnung des Films ist bewusst komplex gestaltet, weil das Thema auch in der Realität eine besondere Schwere hat. „Statt eine laute, übertriebene und visuell gelernte Gewalttat zu zeigen, um Eindeutigkeit um jeden Preis herzustellen, wollte ich die Tat so darstellen, wie sie sich aus Sicht vieler Opfer abspielt“, so Regisseurin Saralisa Volm, „ich bin der Meinung, dass es ein Wert von Kunst ist, wenn sie berührt, wenn sie uns aufwühlt und zum Nachdenken bringt. Es geht darum, ob es uns gelingt, etwas Glaubwürdiges, Berührendes herzustellen. Schaffen wir das, dann verlasse auch ich das Set sehr emotional und es war ein guter Drehtag.“ „Bis zur Wahrheit“ ist schwere, aber auch dringend notwendige Filmkost.

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