Ein Bub (7) wurde Ende April im Tiroler Going von einem Maibaum fast erschlagen. Der Chef von Transportfirma und der Kranführer wurden daraufhin wegen grob fahrlässiger, schwerer Körperverletzung angeklagt. Nun kommt es zum Prozess.
Ende April entging die Gemeinde Going am Wilden Kaiser um Haaresbreite einer schrecklichen Katastrophe. Der traditionelle Maibaum der Landjugend geriet aufgrund einer Windböe beim Aufstellen vor der Ortskirche plötzlich außer Kontrolle und krachte zu Boden. Ein sieben Jahre alter Bub, der sich das Baumaufstellen mit einem Respektabstand aus nächster Nähe anschauen wollte, wurde von einem Teil des Kranauslegers getroffen und von seinem Roller gefegt.
Siebenjähriger schwer verletzt in Klinik geflogen
Das Kind erlitt dabei schwere Verletzungen und musste mit einem Notarzthubschrauber in die Innsbrucker Klinik geflogen werden. „Der Bub hatte Glück im Unglück und ist außer Lebensgefahr“, vermeldete die Polizei bereits wenig später die erfreuliche Nachricht.
Bei dem dramatischen Zwischenfall entstand aber auch beträchtlicher Sachschaden. Der rund 30 Meter lange Baumstamm hatte nämlich auch die Ecke des Gasthauses „Wilder Kaiser“ – bekannt aus der Erfolgsserie „Der Bergdoktor“ mit Hans Sigl – erwischt und Teile des Dachs sowie des Balkons mitgerissen. Auch ein Auto wurde beschädigt.
Kran soll für diese Last ungeeignet gewesen sein
Am Dienstag sitzen nun der Geschäftsführer (60) der Transportfirma und der Kranführer (39) in Innsbruck vor Gericht. „Der Erstangeklagte soll den bei ihm beschäftigen Zweitangeklagten eingeteilt haben, obwohl dieser keine Berechtigung zur Führung eines Krans und keine Erfahrung für das Aufstellen eines Maibaums hatte“, ist im Strafantrag zu lesen. Der Kran soll für das Vorhaben überhaupt ungeeignet gewesen sein. Für grob fahrlässige, schwere Körperverletzung drohen bis zu zwei Jahre Haft.
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