Im September 1998 war die damals 33-jährige Ehefrau eines Automatenverleihers in dessen Büro von drei Männern brutal überfallen worden. Die Täter schlugen mehrfach auf den Kopf des Opfers ein und fesselten sowie bedrohten es mit Faustfeuerwaffen. Laut Ermittler Gerald Kahr sei das Gesicht der Frau "von der Stirn bis zum Kinn eine Ebene gewesen". Die siebenjährige Tochter musste die schreckliche Tat mit ansehen und wurde ebenfalls gefesselt. In den Tresor kamen die Räuber jedoch nicht, da die Frau keinen Schlüssel besaß. Deshalb musste sich das Trio mit etwas Schmuck begnügen.
Innerhalb von drei Wochen hatte die Polizei damals die drei verdächtigen Italiener, die laut Ermittler Gerald Kahr einer mafiaähnlichen Organisation angehörten, ausgeforscht. Zwei von ihnen wurden in Padua zu langjährigen Haftstrafen verurteilt, der dritte Täter wurde vor seiner Verhaftung bei einem Überfall in Italien erstochen.
Italiener belasteten Kärntner schwer
Schon damals war den Ermittlern klar, dass es einen Zusammenhang zwischen der Opfer-Familie und den italienischen Tätern geben muss. Als die Männer nun bedingt aus der Haft entlassen wurden, belasteten sie den Kärntner aus dem Bezirk Völkermarkt. So hatte er früher offenbar kriminelle Geschäfte mit dem Trio gemacht und soll Auftrags- und Beitragstäter des Überfalls auf die Geschäftsfrau gewesen sein. Der Verdächtige soll den Automatenverleiher über einen Freund in einem Lokal in Kärnten kennengelernt haben. Wegen dessen Tätigkeit dürfte er große Beute gewittert haben.
Als sich im März 2013 der Verdacht gegen den Kärntner erhärtete, tauchte der mutmaßliche Mittäter unter. Am Freitag gelang den Behörden schließlich die Festnahme des 42-Jährigen. Dieser leugnete einen Zusammenhang mit dem Raubüberfall und meinte, die Italiener wollten sich an ihm wegen der gemeinsamen vergangenen Geschäfte rächen. Er sitzt in der Justizanstalt Graz-Jakomini in Untersuchungshaft.
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