Am frühen Samstagmorgen spielte sich in Deutschfeistritz Unfassbares ab: Ein 29-Jähriger aus dem Jemen soll das Haus, in dem sich seine schwangere Lebensgefährtin, deren minderjährige Tochter sowie ein wenige Monate altes Baby befunden haben, in Brand gesetzt haben. Doch es war nicht die erste Attacke gegen seine Familie ...
Es war etwa 5.30 Uhr am Nationalfeiertag, als Spaziergänger bei ihrer morgendlichen „Gassi-Runde“ auf Rauchwolken aufmerksam wurden, die aus einem benachbarten Wohnhaus qualmten. 16 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Deutschfeistritz eilten mit drei Fahrzeugen herbei und konnten gerade noch einen Großbrand verhindern. Doch eine Sache war äußerst merkwürdig: Im und um das Haus gab es nicht nur einen, sondern gleich mehrere Brandherde.
Brachte drei Kinder in Gefahr
Bei den ersten Ermittlungen der Streife der Polizeiinspektion Frohnleiten erhärtete sich rasch der Verdacht, dass das Feuer von dem 29-jährigen Bewohner aus dem Jemen gelegt worden sein muss. Eine unfassbare Tat, angesichts dessen, dass seine von ihm schwangere Freundin und deren kleine Kinder zu dem Zeitpunkt zu Hause waren. Die 35-Jährige, ihre minderjährige Tochter und ihr gemeinsames wenige Monate altes Baby kamen nur durch ein Riesenglück unversehrt davon, die Feuerwehr befreite sie aus ihrer misslichen Lage.
Minderjährige mit Messer verletzt
Der 29-Jährige wurde sofort festgenommen. Gleichzeitig nahmen die Brandermittler die Ermittlungen auf – bei der Spurensicherung konnten mehrere Brandstellen gesichert festgestellt werden. Unter anderem wurde in einer Mülltonne, am Garagentor und im Entlüftungsrohr Brand gelegt – ein mit Kleidungsstücken ausgestopfter Kanalschacht stand zudem in Vollbrand, berichtet Einsatzleiter Martin Zechner von der Freiwillige Feuerwehr Deutschfeistritz.
Wir sind zuerst von einem Mülltonnenbrand ausgegangen, aber dann haben sich mehrere Brandherde beim Garagentor, im Kanalschacht, in einem Laubhaufen und im Entlüftungsrohr herausgestellt. Gefährlich war vor allem die starke Rauchentwicklung.
Einsatzleiter Martin Zechner, Freiwillige Feuerwehr Deutschfeistritz
Die Polizei fand heraus, dass der vermeintliche Brandstifter mit seiner Lebensgefährtin in einer „On-Off-Beziehung“ gelebt hatte und ihr bereits mehrmals aggressiv mit dem Umbringen gedroht hatte. Er soll sogar zum Messer gegriffen und der minderjährigen Tochter Verletzungen zugefügt haben. Vor allem in den letzten beiden Wochen war es zu Gehässigkeiten, Nötigungen, Körperverletzungen und Drohungen gekommen – die Frau hatte jedoch noch nicht Anzeige erstattet, berichtet Polizeisprecher Markus Lamb.
29-Jähriger befindet sich in Haft
Der Familienvater schweigt bisher zu sämtlichen Tatvorwürfen. Es wurde gegen ihn ein Betretungs- und Annäherungsverbot sowie ein Waffenverbot ausgesprochen. Der 29-Jährige befindet sich nun über Anordnung der Staatsanwaltschaft Graz in der Justizanstalt Graz-Jakomini bis auf Weiteres in Haft.
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