Die Krise am Bau macht auch vor Traditionsbetrieben nicht halt. Die oststeirische Teubl-Gruppe ist hier keine Ausnahme, kann aber auf jahrzehntelange Erfahrungswerte zurückgreifen und als stabiler Arbeitgeber in der Region punkten. Nun wurde 90-jähriges Firmenjubiläum gefeiert.
An zwei Standorten (Graz und St. Johann in der Haide) ist die Gruppe mit ihrem Baustoffhandel vertreten, außerdem werden fünf Baumärkte als Franchisenehmer von OBI betrieben. Weiteres Standbein ist die Entwicklung von gewerblichen und privaten Immobilienprojekten, und nicht zuletzt hat man zwei Tankstellen samt Waschanlagen im Portfolio. Aus einer kleinen Greißlerei in St. Johann hat sich über die Jahrzehnte ein krisenfestes Firmennetzwerk entwickelt.
„Durchtauchen“ ist angesagt
Heutzutage ist der Einzelhandel der wichtigste Umsatzbringer. Dieser läuft laut Firmenchef Oliver Werinos, der Teubl bereits in dritter Generation leitet, „sehr stabil“. Die „jahrzehntelange Beständigkeit, gute Struktur und Finanzkraft“ zahlen sich aus, man sei in der Lage, die hartnäckigen Probleme am Bau „durchzutauchen“.
Die Bauwirtschaft durchlebe gerade eine „katastrophale“ Phase, will Werinos die Lage gar nicht beschönigen. Auch der Baustoffhandel werde „voll erfasst“. Dennoch schafft man es, den Mitarbeiterstamm stabil zu halten. Rund 300 Arbeitsplätze bietet man in der Region, kurzfristige Änderungen bewegen sich im einstelligen Bereich und seien in erster Linie auf natürliche Fluktuation zurückzuführen.
„Personalentwicklung, als es das Wort noch nicht gegeben hat“
Das spiegelt auch die Firmenphilosophie wider. Werinos erwähnt hier seine Mutter, die „mit Weitblick schon vor Jahrzehnten in die Personalentwicklung investiert hat, als es dieses Wort noch gar nicht gegeben hat“. Davon kann man auch heute noch profitieren: „Das aktuelle Führungspersonal besteht großteils aus Eigenbauspielern.“
Vier Generationen feiern mit
Auch in der Eigentümerfamilie ist Stabilität ein hoher Wert. So konnten bei der 90-Jahre-Feier am Stammsitz gleich vier Generationen auf der Bühne feiern – von der 92-jährigen Großmutter des heutigen Chefs bis zu dessen beiden Kindern.
Wichtigstes Vorhaben für die Zukunft ist ein komplett neues Headquarter in St. Johann. Standortmäßig ist im Baustoffhandel ansonsten keine Expansion geplant, sagt Werinos, immerhin mache man den Großteil des Umsatzes im Umkreis von 50 Kilometern.
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