20.03.2013 12:43 |

Anfang vom Ende?

Insolvenzverfahren gegen FC Lustenau eröffnet

Dem ältesten Fußballverein Vorarlbergs droht das Aus – der Erste-Liga-Klub FC Lustenau ist seit Mittwoch offiziell zahlungsunfähig. Auf Antrag des Vereins und eines Gläubigers eröffnete das Landesgericht Feldkirch das Insolvenzverfahren. Nach Angaben des Kreditschutzverbands von 1870 belaufen sich die Verbindlichkeiten auf 1,1 Millionen Euro. Ob der Spielbetrieb bis Saisonende aufrechterhalten werden kann, steht noch nicht fest.

Der FC begründete seine Probleme laut Kreditschutzverband (KSV) einerseits mit "erheblichen Rückzahlungsverpflichtungen nach einer Steuerprüfung, die nicht mehr bezahlt werden können". Andererseits erklärte der Klub, dass geplante Sponsoreinnahmen ausgeblieben seien. Von der Insolvenz sind neben den Spielern als Dienstnehmer weitere 80 Gläubiger betroffen.

Kurzfristige Entscheidung, ob es weitergeht
Als Insolvenzverwalter wurde der Dornbirner Rechtsanwalt Klaus Grubhofer bestellt. Er wird sich als nächstes einen Überblick über die finanzielle Situation des Vereins verschaffen und anschließend entscheiden müssen, ob ein Fortbestand möglich ist und ob der Spielbetrieb bis zum Saisonende im Mai aufrechterhalten werden kann. Am Gericht und seitens des KSV hieß es, das werde "kurzfristig zu entscheiden sein".

Abstieg aus Erster Liga ohnehin schon fix
Der Klub wurde 1907 gegründet und hat rund 400 Mitglieder. Neben dem Profiteam werden auch zwei Amateur-Mannschaften geführt, im Nachwuchs kicken etwa 250 Spieler. Bereits in der Vorwoche war der Klub von der Liga per Saisonende zum Abstieg aus der Ersten Liga verurteilt worden. Als Grund wurden "mehrfache Verstöße gegen Verpflichtungen aus dem Lizenzierungsverfahren" angeführt.

Freilich: Die Vorarlberger wollten ohnedies nicht um eine Lizenz ansuchen. Sollten die Lustenauer die Saison nicht fertigspielen können, wäre dies für die Liga wenig erfreulich. Die daraus folgenden Strafverifizierungen würden die Tabelle in der zweithöchsten Spielklasse dementsprechend verfälschen. Aktuell hat der FC noch zwölf Spiele zu absolvieren.

Bundesliga in Kontakt mit den Behörden
Die Bundesliga betonte umgehend, mit den Behörden in engem Kontakt zu stehen. "Wir bekommen alle Informationen, die wir benötigen. Natürlich liegt es nun im Interesse aller Beteiligten, dass Lustenau den Spielbetrieb wie gehabt aufrechterhalten kann", betonte Liga-Vorstand Georg Pangl.

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