In der sechsteiligen Serie „Informant“ macht sich Raubein Jürgen Vogel auf die Jagd nach einer Terrorzelle. Dabei löst sich eine Gewaltspirale, deren Ausgang bis zuletzt völlig ungewiss ist. Die Serie wird ab heute auf ARTE (20.15 Uhr) ausgestrahlt.
Es ist eine so erschreckende wie realistische Szenerie: Erdrückende Hinweise auf einen vermuteten Anschlag auf die Hamburger Elbphilharmonie versetzen die verschiedenen Polizeibehörden in Alarmbereitschaft. Diese werden von unterschiedlichen Motiven getrieben und verheddern sich bei der Jagd nach der Terrorzelle in unnötigen Kleinkriegen und eitlen Gockelkämpfen.
Im Mittelpunkt des Geschehens stehen der impulsive und mit einer Vergangenheit als verdeckter Ermittler belastete LKA-Mann Gabriel Bach (Jürgen Vogel, in seiner Heimatstadt ermittelnd) und die ihm zur Seite gestellte BKA-Beamtin Holly Valentin (Elisa Schlott), die sich wie Tag und Nacht unterscheiden, dadurch aber auch unkonventionell und erfrischend an die zahlreichen Herausforderungen herangehen.
Erste Spuren führen zu einem Todesfall, der die beiden zufällig zum unbescholtenen Raza Shaheen (Ivar Wafaei) führt. Der wird unschuldig in den Fall verstrickt und als Informant für die Behörden eingesetzt – Wahl bleibt ihm keine, denn seine Freundin Sadia (Bayan Layla) befindet sich illegal in der Hansestadt und ist noch dazu mit einer terroristischen Familie belastet. Diese Konstellation setzt eine Kettenreaktion an Ereignissen aus, während der sich nicht mehr zweifelsfrei unterscheiden lässt, wo sich noch zwischen Gut und Böse unterscheiden lässt ...
Das von Regisseur Matthias Glasner in Szene gesetzte Remake der von Sam Mendes produzierten BBC-Serie „Informer“ überzeugt mit eindringlichen Charakterzeichnungen und einer hakenschlagenden Handlung, die Konzentration erfordert, aber unweigerlich in einen Sog zieht. Wenig ist so, wie es am Anfang scheint und am Ende erzeugt Gewalt stets Gegengewalt. Die sechsteilige Politthriller-Serie ist packend inszeniert und voller Wendungen.
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