Am Donnerstag ging die ATV-Reality-Show „Forsthaus Rampensau“ in seine dritte Runde. Zehn unterschiedliche Paare kämpfen um den Titel und 20.000 Euro Preisgeld. Doch schon zum Auftakt zeigte sich einmal mehr, dass es vor allem um Alkohol, sexuelle Triebe und das gleißende Rampenlicht geht. So kann es munter weitergehen.
Niveaulimbo im Naturkorsett – diesen Frühling jagte ATV zum dritten Mal B- bis Z-Promis an die kärntnerisch-steirische Grenze, um sie auf einer beschaulichen Hütte sich selbst und ihren Allüren zu überlassen. „Forsthaus Rampensau“, der Quotenhit mit Krawallgarantie, enttäuschte schon zum Auftakt nicht. Frei nach dem Motto „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert“ gehen sich die Reality-Show-Stars unterschiedlichster Couleur schon zum Auftakt an die Gurgel. Ab sofort auch weiterhin immer Donnerstag, um 20.15 Uhr auf ATV.
Das Flirten des „Schwanznasigen“
„Teenager werden Mütter“- und „Wir leben im Gemeindebau“-Liebling Patrick aka Specki macht schon nach der Anreise allen anwesenden Damen schöne Augen, nur seine eigene Flamme Natascha geht in seiner Gunst leer aus. Die unzweideutigen Flirt-Versuche des „Schwanznasigen“ (Copyright: Mitbewohner Hansi) rufen Erstaunen und Entsetzen aus. „I wü da jo net untern Rock schauen. I wü nur schauen, wie lang er geht“, versucht er „Wildsau“ und Lugner-Ex Lydia Kelovitz zu bezirzen, blitzt dabei aber beinhart ab. Natascha resümiert, ihr Lebensmensch würde nicht besonders wählerisch sein. Patrick kontert nonchalant mit einem „Na ois puder i a net“.
Auf die Charmeoffensive setzt auch „Tinderreisen“-Held Kevin aka „King Kev“, der jedes noch so achtlos ausgeworfene Wort auf der Hütten-Veranda kompromisslos zu einem Gossen-Rap verwurstet. Dass er Idol Kollegah dabei nicht das Wasser reichen kann – geschenkt. Dafür versucht er sich mit eindeutigen Avancen beim Influencer-Duo Paloma und Nadja einzuschleimen, während sein Kumpel Sayed vor dem Spiegel lieber die eigenen Muskeln zucken lässt. Der unendliche Vorrat an Hochprozentigem in der Speisekammer führt dazu, dass sich schon am ersten Abend Dramen und Tränen die Waage halten.
Intelligenz-Polka
Bei Wodka pur oder dem x-ten Bier drehen sich die Gesprächsthemen naturgemäß nicht um die staatliche Finanzpolitik oder klimatisch bedingte Wetterextreme. Specki sieht seine Führungsqualitäten durch den Wiener YouTuber Max bedroht, die Niederösterreicherin Julia („Bauer sucht Frau“, „Gemeindebau“) grätscht mit einem „Schamlippen“-Kindersong in die rurale Beschaulichkeit und „Wildsau“ Lydia lässt Möchtegern-Rapper Kevins Kopf rotieren, indem sie ihn mit dem Begriff „asexuell“ überfordert. Reality-Show-Urgestein Zoe (neuntes Format mit 25 Jahren) ist von Patricks Manieren entsetzt: „Es ist unmöglich, dass es so einen Auswurf von Mensch überhaupt geben kann“.
Für einen Schuss Normalität sorgen diverse „Bauer sucht Frau“-Kandidaten, die sich zum Auftakt naturgemäß zurückhaltend und ereignisarm gebärden. Die kunterbunte und leicht hitzköpfige Rasselbande hält lediglich Entertainment-Legende Jazz Gitti im Zaum, die sogleich einstimmig zur ersten Oberförsterin gekürt wird und mit mütterlich-sympathischer Schärfe selbst die Frechsten in der Runde schmähstad macht. Noch bevor der erste Abend vorüber ist und das erste Spiel in Gang kommt, wird im Forsthaus-Camp mit einem verfrühten Abschied geliebäugelt, kellertief geflucht und ungebremst durch die Hütte gebrüllt. Reality-Show ist eben keine Kinderjause. Schon gar nicht, wenn man in der Champions-League-Version des Trash-TV unterwegs ist.
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