Die Entscheidung ist gefallen: Der Fernwärmepreis in Graz wird schon mit Dienstag (1. Oktober) um 20,13 Prozent gesenkt, ein durchschnittlicher Haushalt erspart sich etwa 300 Euro im Jahr – so die Landesregierung. Die KPÖ spricht hingegen von nur 15 Prozent weniger.
Eine beim Land angesiedelte Preisbehörde legt seit Anfang der 90er-Jahre die Fernwärmetarife für Graz fest. Etwa 90.000 Kunden sind betroffen. Entscheidend ist das Gutachten eines nicht-amtlichen Sachverständigen, das diese Woche eingetroffen ist: Der „volkswirtschaftlich gerechtfertigte Preis“ liege in einer Bandbreite von 12,7 bis 13 Cent je Kilowattstunde.
Die Preisbehörde hat nun am Freitag den Höchstpreis mit 12,7 Cent festgelegt, das entspricht laut Landesregierung sogar einer Tarifsenkung von 20,13 Prozent. Für einen durchschnittlichen Fernwärme-Haushalt mit einem Verbrauch von 7500 Kilowattstunden im Jahr beträgt die Ersparnis somit etwa 300 Euro. Die Preissenkung gilt bereits ab 1. Oktober.
KPÖ spricht von Täuschung
„Das ist der nächste Schritt zur Bekämpfung der Teuerungen, und wir sind froh, dass er jetzt endlich möglich geworden ist“, sagen Landeshauptmann Christopher Drexler (ÖVP) und sein für Finanzen zuständiger Stellvertreter Anton Lang (SPÖ). Sie fordern weiters: „Dieser Trend zu niedrigeren Preisen muss weiter fortgesetzt werden.“
KPÖ-Landtagsabgeordneter Werner Murgg spricht hingegen von einem „Taschenspielertrick“. Denn die kommunizierten 20 Prozent beziehen sich auf den zuletzt 2022 festgelegten behördlichen Höchstpreis – der aber in der Realität bereits seit einem Jahr unterschritten wird. Die tatsächliche Senkung für die Fernwärmkunden betrage daher nur 15,3 Prozent. (Auch jetzt könnte die Energie Graz einen noch günstigeren Tarif festlegen.)
Neuer Vorstoß für Fusion
Die Landesspitze betont, dass die Preise auf einer „Experteneinschätzung, die völlig unbeeinflusst von politischen Zurufen erstellt wurde“, basieren würden. Drexler und Lang üben, ohne sie zu nennen, Kritik an der KPÖ, welche die bevorstehende Senkung bereits am Donnerstag als Erfolg für sich reklamiert hatte. „Ein Wettrennen darum, wer den meisten Druck gemacht hat, ist wahlkampfbedingtes Geplänkel.“
ÖVP und SPÖ bringen erneut eine auch vom Landesrechnungshof empfohlene Zusammenführung der Fernwärmesparten von Energie Steiermark und Energie Graz ins Spiel. Dies könnte nachhaltig Kosten für Fernwärmekunden senken. Die Stadt Graz lehnt das Projekt aber ab.
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