Junge Lebensretter

„Das Wasser stand schon bis zur Fahrertüre“

Oberösterreich
18.09.2024 18:00

Zwei Teenager retteten einem Pensionisten (84), der im Innviertel trotz Straßensperre in die Flut gefahren war, das Leben. Die beiden 16-jährigen Oberösterreicher alarmierten geistesgegenwärtig die Einsatzkräfte. Es war nicht der erste derartige Vorfall.

Für die ohnehin im Dauereinsatz stehenden Feuerwehren sicher nicht lustig: Ein 84-jähriger Autofahrer aus Helpfau-Uttendorf im Bezirk Braunau am Inn ignorierte Dienstagabend in seinem Heimatort eine Straßensperre. Mit fatalen Folgen: Der über die Ufer getretene Mattigfluss erfasste das Fahrzeug, trieb es ab und drückte es gegen eine Brücke. Der Pensionist konnte sich wegen der Wassermassen nicht mehr selbstständig befreien, sein Auto sackte immer weiter ab.

„Das wird nicht gut enden“
Sein großes Glück waren zwei Teenager, die zufällig vor Ort waren: „Bei der Kläranlage ist auf einmal ein rotes Auto gekommen, wir haben uns schon gedacht: ,Das wird nicht gut enden‘“, erzählt Nevio (16), der gemeinsam mit seinem gleichaltrigen Freund Florian wohl zum Lebensretter für den untergehenden Senior wurde. „Wir haben gleich den Notruf gewählt, das Wasser stand schon bis zur Fahrertüre“, sagt der junge Uttendorfer, der eine Lehre zum Kunststoffverfahrenstechniker macht.

Anzeige wegen Missachtung der Sperre
Feuerwehrleute sprangen ins kalte Wasser, brachten die Autotüre noch auf und zogen den 84-Jährigen aus seinem Wagen. Der Senior blieb zum Glück unverletzt. Allerdings wartet jetzt eine Anzeige wegen Missachtung der Straßensperre auf ihn. 

Schon am Samstag hatte ein 31-Jähriger in Königswiesen Schlagzeilen gemacht, der wegen der Unwetterkatastrophe aufgestellte Fahrverbotstafeln und Scherengitter auf der B 119a auf dem Weg zum Einkaufen einfach umfuhr – und dann in der Flut stecken blieb.

„Teilweise natürlich verärgert“
„Man ist teilweise natürlich verärgert“, kommentiert Franz Kurzmann, Kommandant der Feuerwehr Uttendorf, den jüngsten Vorfall. „Die Straßensperren werden ja nicht umsonst aufgestellt, das gehört beachtet. Aber der Mensch steht bei uns im Vordergrund, das Wichtigste ist, dass der Lenker wohlauf ist. Über die anderen Themen unterhält man sich später.“

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