Sechs junge Erwachsene – darunter auch eine Frau – standen in Innsbruck vor dem Landesgericht. Vermummt und einmal mit einem Luftdruckgewehr bewaffnet, waren sie mehrmals auf Beutetour gegangen.
Eine wahre Einbruchsserie legten die sechs Angeklagten vor allem in Innsbruck und im Bezirk Innsbruck-Land hin. Ihr Ziel: vor allem Büros und Werkstätten in dieser Region.
Geldprobleme und Drogenbeschaffung als Motiv
„Hintergrund und Auslöser waren meine Geld- und Drogenprobleme“, sagte der Erstangeklagte vor der Richterin Theresa Posch und dem Schöffensenat. Nach Einbrüchen in besagten Gebäuden und Orten, an denen man „garantiert niemanden antreffen wird“, hatte man ein Wohnhaus im Visier. „Wir haben aber Angst bekommen“, gab der Erstangeklagte zu Protokoll, er saß zuvor als einziger in U-Haft.
Mir ist dann aber klar geworden, was es in Menschen auslösen würde, wenn wir tatsächlich jemanden antreffen.
Der Erstangeklagte
Letztlich doch zurückgeschreckt?
Auch die weiteren Beteiligten betonten, dass man sich vom Tatversuch „zurückgezogen“ habe und somit der Anklagepunkt des versuchten schweren Raubes nicht zutreffe. Das Vorgehen war aber durchaus martialisch: Mit Sturmhauben vermummt und mit einer Luftdruckpistole bewaffnet machte man sich auf den Weg ins Oberland.
Genaue Aufteilung der Aufgaben
„Mir ist dann aber klar geworden, was es in Menschen auslösen würde, wenn wir tatsächlich jemanden antreffen“, sagte der mutmaßliche Drahtzieher. Er habe somit vor den anderen „nur so getan“, als ob er die Türe aufbrechen würde und dann verkündet, dass sich die Türe „nicht öffnen lässt“. Die Bandbreite der „Funktionen“ der weiteren Angeklagten stellte sich als überaus groß heraus und reichte von „Schmiere stehen“ über Informationsgeber bis hin zur direkten Beteiligung.
Am Ende gab es vier rechtskräftige Verurteilungen (dreimal zwölf Monate bedingt, plus Geldstrafen). Die angeklagte Frau kam mit 3600 Euro Geldstrafe davon.
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