Die Wogen gehen in Tirol hoch: In der Causa Schwangerschaftsabbrüche lässt die SPÖ – immerhin Regierungspartner der Volkspartei – aufhorchen, sie stellt pikante Mutmaßungen über die Hintergründe an. Die Grünen wollen indes Anträge in den Oktober-Landtag einbringen.
„Es ist ein Skandal, dass die Tiroler Landesregierung den dringend benötigten zweiten Standort für Schwangerschaftsabbrüche auf dem Klinikgelände doch nicht umsetzt“, kritisiert LA Zeliha Arslan (Grüne) in einer Reaktion auf den „Krone“-Artikel. Wie berichtet, geht beim Thema „Möglichkeit zum Schwangerschaftsabbruch“ nichts weiter – der viel diskutierte Standort am Innsbrucker Klinikgelände ist gescheitert.
Die schwarz-rote Landesregierung blockiert damit wichtige Fortschritte in der Frauenpolitik. Das ist ein Schritt zurück in eine längst überholte Zeit und muss geändert werden.

LA Zeliha Arslan (Grüne)
Bild: Christof Birbaumer
„Bedürfnisse von Frauen werden ignoriert“
„Wieder einmal werden Frauenrechte und die gesundheitliche Versorgung in den Hintergrund gestellt. Diese Entscheidung bedient die Interessen von reaktionären, ideologisch motivierten Kräften und ignoriert die Bedürfnisse von Frauen“, betont Arslan.
Die Grünen werden im Oktober-Landtag Anträge einbringen, dass in allen öffentlichen Krankenanstalten Schwangerschaftsabbrüche angeboten werden sollten. „Die Landesregierung trägt die Verantwortung für die Gesundheitsversorgung in diesem Land und ist auch für die Standortplanung an den Tirol Kliniken zuständig, jetzt ist es genug mit ideologischer Politik.“
Das ist kein guter Tag für die Frauen in Tirol. Schwangerschaftsabbrüche sind eine Gesundheitsleistung und so sollten sie behandelt werden. Die Mehrheit der Bevölkerung unterstützt das. Die ÖVP ist daher gefordert, endlich von ihrer Blockadehaltung abzurücken.
NR Selma Yildirim (SPÖ)
„Wir wollen kostenloses Angebot an Spitälern“
Auch die SPÖ ist über die Situation in Tirol alles andere als erfreut – und das, obwohl sie selbst in der Regierung sitzt. So fordert Selma Yildirim, SPÖ-Landesfrauenvorsitzende, ein klares Bekenntnis der ÖVP zu einem Angebot an öffentlichen Krankenhäusern. „In Tirol ist die Situation bei Schwangerschaftsabbrüchen immer noch prekär. Nur ein Arzt bietet Abbrüche in seiner privaten Praxis an.“
Die Position der SPÖ dazu sei völlig klar: „Wir wollen ein kostenloses Angebot an öffentlichen Krankenhäusern“, wiederholt sie die einstige Forderung von LR Eva Pawlata. Es liege zudem nahe, dass man den beiden Ärztinnen „bewusst Hürden in den Weg gelegt hat, bis sie schließlich aufgegeben haben“.
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