06.02.2013 14:30 |

Demenz-"Epidemie"

Bis 2050 dreimal so viele Alzheimer-Patienten in USA

Einer neuen Studie zufolge werden 2050 etwa dreimal so viele Menschen in den USA an Alzheimer erkrankt sein wie heute. Die Zahl der Demenzkranken werde von 4,7 Millionen im Jahr 2010 auf 13,8 Millionen Menschen steigen, prophezeit ein Forscherteam Liesi Hebert vom Rush University Medical Center in Chicago.

"Unsere Studie macht auf etwas Dringendes aufmerksam: Diese Epidemie muss durch mehr Forschung, mehr Behandlung und mehr Prävention gemindert werden. Der Anstieg hat mit der alternden Baby-Boom-Generation zu tun,", sagte Jennifer Weuve, Mitautorin der US-Studie, die im Fachjournal "Neurology" veröffentlicht wurde.

Gemeinsam mit ihren Kollegen wertete die Wissenschaftlerin Daten von 10.802 Menschen aus Chicago aus. Die Informationen umfassen einen Zeitraum von fast 20 Jahren. Die Teilnehmer waren mindestens 65 Jahre alt und wurden alle drei Jahre auf Demenz untersucht. Die Forscher verknüpften errechnete Alzheimer-Risiken unter anderem mit Sterberaten und Bevölkerungsschätzungen der US-amerikanischen Behörden und kamen so zu ihrer Prognose.

Ähnliche Situation im Rest der Welt
Weltweit leben 36 Millionen Menschen mit Demenz, 2030 werden es 115 Millionen Betroffene sein. In Europa gibt es laut neuesten Zahlen 7,3 Millionen Personen mit Morbus Alzheimer - mit Angehörigen 19 Millionen Betroffene. 2050 wird ihre Zahl rund 11,2 Millionen betragen. Diese Zahlen wurden bei der europäischen Alzheimerkonferenz im Herbst vergangenen Jahres in Vösendorf in Niederösterreich präsentiert.

In Österreich gibt es derzeit rund 120.000 Demenzpatienten, die meisten davon sind Morbus-Alzheimer-Erkrankte. Mindestens 200.000 nahe Angehörige tragen die Hauptlast von Betreuung und Pflege.

Wahrscheinlich zeigen sich aber auch bereits Effekte von Präventionsmaßnahmen bei Demenz und Morbus Alzheimer. Neueste Immuntherapie - Impfungen bzw. Antikörperpräparate - wirken eventuell im frühen Stadium. Der Ausbruch der Alzheimer-Krankheit lässt sich wahrscheinlich mit vorhandenen Methoden bereits vorhersagen.

Rauchen und Bluthochdruck begünstigen Demenz
"Bluthochdruck, zu hohe Blutfettwerte (Cholesterin, Anm.), Rauchen, Depression, mangelnde körperliche Bewegung und niedriges Ausbildungsniveau begünstigen laut Beobachtungsstudien weltweit rund die Hälfte der Fälle von Demenz. Wenn wir die Häufigkeit dieser Risikofaktoren um 25 Prozent reduzieren, könnten wir pro Jahr drei Millionen Demenzerkrankungen verhindern", erklärte Eric Larson aus Seattle (USA) bei der Konferenz. Bei den Risikiofaktoren selbst wäre schon jetzt relativ einfach ein Eingreifen möglich.

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