Zwei junge Mädchen wurde am Dienstag bei einem Unfall auf der Sommerrodelbahn in Koglhof verletzt. Jedes Jahr landen einige junge Patienten nach solchen Vorfällen auf der Grazer Kinderchirurgie. Ein Experte sieht dennoch keine ausgeprägte Gefahr.
Sieben und acht Jahre alt waren die Mädchen, die am Dienstag verletzt wurden: Nach einer Linkskurve kamen mehrere Rodeln zum Stehen. Die Kinder bemerkten den Rückstau zu spät, fuhren auf und wurden aus der Rodel geschleudert. Der Rettungshubschrauber brachte sie ins LKH Graz.
Im Vorjahr verletzten sich in Koglhof zwei Jugendliche aus Wien schwer, als sie in einer Kurve stürzten. Ebenfalls zwei junge Wiener waren es, die 2021 aus ihren Schlitten geschleudert wurden. Wie gefährlich sind diese Freizeitattraktionen also?
Patienten im Schnitt neun Jahre alt
Auskunft gibt Peter Spitzer von „Große schützen Kleine“, einem Grazer Forschungszentrum für Kinderunfälle: Von 2016 bis 2023 wurden insgesamt 30 Kinder und Jugendliche nach Unfällen auf Sommerrodelbahnen in die Grazer Kinderchirurgie eingeliefert, nur fünf waren schwer verletzt, etwa mit Gesichtsprellungen und Brüchen. Im Schnitt der vergangenen Jahre waren es fünf bis sechs junge Patienten – Durchschnittsalter neun Jahre. Zwischen Buben und Mädchen gibt es kaum Unterschiede.
Oft zu wenig Abstand Ursache
In 60 Prozent der Fälle war laut Spitzer zu wenig Abstand die Ursache, in 43 Prozent wurden die Betroffenen aus der Rodel geschleudert. „Einen Gurt sollte man, wenn vorhanden, jedenfalls verwenden“, so der Experte. Nicht ungefährlich sei auch, wenn Erwachsene gemeinsam mit Kindern unterwegs sind: Die Kleinen sind wie ein Airbag für die Großen und können bei Kollisionen gegen den vorderen Rahmen gestoßen werden.
Auch schon vorgekommen sind Selfies und Videos, die während der Fahrt mit dem Handy gemacht werden. Das kann böse enden. Die goldenen Regeln laut Spitzer: „Abstand halten! Tempo anpassen! Gurt verwenden!“
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