Lage ist „dramatisch“

Kanaren werden von Flüchtlingswelle überrollt

Ausland
22.08.2024 06:37
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Zahl illegaler Migranten auf den Kanaren hat im Laufe des Jahres extrem zugenommen. Zwischen dem 1. Jänner und dem 15. August erreichten insgesamt 22.304 illegale Bootsflüchtlinge die Inselgruppe im Atlantik. Das ist ein Anstieg von 126 Prozent im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum.

Anfang der Woche schlug Fernando Clavijo Alarm. „Es kann so nicht weitergehen. Wir haben unsere Grenzen und Kapazitäten schon längst überschritten“, stellte der Regionalpräsident der Kanarischen Inseln klar. Er bezog sich auf die jüngste Flüchtlingswelle, die die spanischen Ferieninseln vor der Westküste Afrikas derzeit überrollt. Die Lage sei „dramatisch“.

Die meisten der afrikanischen Bootsflüchtlinge starten die gefährliche Seeflüchtlingsroute über den Atlantik mittlerweile von südlicheren Staaten wie Gambia, dem Senegal und Mauretanien aus, nachdem die EU sich mit Marokko erneut auf eine verbesserte Kontrolle der Küstengewässer einigen konnte.

Laut spanischem Innenministerium könnte es bis Jahresende zu einer humanitären Katastrophe ...
Laut spanischem Innenministerium könnte es bis Jahresende zu einer humanitären Katastrophe kommen.(Bild: AFP)

Mit fürchterlichen Folgen: „Die Seeroute ist mit mehr als 1000 Kilometern wesentlich länger und damit auch gefährlicher als von der marokkanischen Küste aus“, erklärt Helena Maleno von der Flüchtlingshilfsorganisation Caminando Fronteras.

Es sollen sich bereits 5200 minderjährige Migranten auf den Inseln befinden.
Es sollen sich bereits 5200 minderjährige Migranten auf den Inseln befinden.(Bild: AP)

„Es ist die gefährlichste Seeflüchtlingsroute der Welt“
Erst vor zwölf Tagen wurde an einem Strand in der Dominikanischen Republik in der Karibik ein afrikanisches Flüchtlingsboot aus Mauretanien mit 14 Skeletten entdeckt, das die Kanaren verfehlte. „Es ist die gefährlichste Seeflüchtlingsroute der Welt.“

Um den Flüchtlingszustrom aus den westafrikanischen Ländern zu stoppen, wird Spaniens sozialistischer Regierungschef Pedro Sanchez in der kommenden Woche zu Krisengesprächen nach Mauretanien, Gambia und in den Senegal reisen. Zuvor will er sich allerdings am Freitag auf der Insel La Palma mit dem kanarischen Regionalpräsidenten Clavijo treffen und sich vor Ort ein eigenes Bild der Lage machen.

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