Kaiseradler haben wieder ihren Platz in Österreich gefunden. Allerdings: Obwohl es dort Futter im Überfluss gibt, zählen die nördlichen March-Thaya-Auen nicht mehr zu den bevorzugten Brutgebieten der stolzen Vögel. Warum? Fachleute haben da eine Vermutung . . .
Eigentlich sind die Wissenschafter von BirdLife ganz zufrieden: 44 Brutpaare haben in dieser Saison in Österreich 71 junge Kaiseradler zum Ausfliegen gebracht. „Allerdings zeigen sich starke regionale Unterschiede“, gibt Matthias Schmidt, Greifvogelexperte der Vogelschutz-Organisation, zu bedenken.
Regen dämpft romantische Adler-Gefühle
Die Situation in Niederösterreich lässt den Fachmann die Stirn in Sorgenfalten legen: „Während im Burgenland durchschnittlich 2,2 Jungvögel pro Brutpaar gezählt wurden, waren es in Niederösterreich nur 1,45.“ Doch nicht immer ist der Mensch daran schuld. Laut Schmidt dürften sich auch die nassen Witterungsbedingungen im Mai auf den Bruterfolg ausgewirkt haben: „Vor allem junge Kaiseradlerpaare waren davon betroffen.“ Im Nordburgenland, wo ältere, erfahrene Paare brüten, sei das unfreundliche Wetter weniger ins Gewicht gefallen.
Flucht vor den Windrädern?
Doch es gibt sehr wohl Einflüsse des Menschen auf die Ausbreitung der stolzen Vögel, die in Österreich knapp 200 Jahre lang als ausgestorben galten. Zum einen fällt den Fachleuten auf, dass die Bestände im nordöstlichen Weinviertel stagnieren. „Obwohl die nördlichen March-Thaya-Auen als Nahrungsgebiet für Kaiseradler bedeutsam sind, stellen wir fest, dass dieser Bereich als Brutgebiet gemieden wird“, sagt Schmidt: „Ein Zusammenhang mit der hohen Zahl an Windkraftanlagen erscheint wahrscheinlich.“ Weitere Untersuchungen dazu seien nötig.
Verbotene Jagd mit Flinte und Gift
Letztlich fallen auch immer wieder Kaiseradler illegaler Verfolgung zum Opfer – heuer wurden zwei Brutvögel und ein junges Exemplar in Niederösterreich getötet. Schmidt betont: „Wildtierkriminalität ist kein Kavaliersdelikt!“
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