Krieg weitet sich aus
Kiew will Russland Fähigkeiten zum Töten entziehen
Nach einem neuen tödlichen russischen Luftangriff in der Nähe von Kiew will die Ukraine Russlands militärische Infrastruktur nun dauerhaft vernichten.
„Es ist notwendig, seine militärische Infrastruktur zu zerstören, weil der Feind andere Argumente nicht akzeptiert“, so der Leiter des Präsidentenbüros, Andrij Jermak über den russischen Angriffskrieg. Die Ukraine hofft dazu auf eine baldige Erlaubnis westlicher Verbündeter für den Einsatz von Raketen mit größerer Reichweite auch gegen russisches Gebiet. Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verkündet, er habe große Erwartungen an die Entscheidungen dazu in den USA, Großbritannien und Frankreich. „Wir freuen uns auf starke Beschlüsse, die den gerechten Frieden näherbringen.“
Bei dem jüngsten russischen Luftangriff auf Kiew wurden laut den Rettungskräften ein Mann und sein vierjähriger Sohn getötet sowie drei Menschen verletzt. Wie Journalisten berichteten, gab es Explosionen im Zentrum und im Osten der Stadt. In Kiew heulten die Warnsirenen. Am Nachthimmel waren demnach mindestens zwei Blitze zu sehen. Unklar war, welches Geschoß in das Haus eingeschlagen war. Selenskyj sprach von einer nordkoreanischen Rakete, sein Berater Jermak von einer iranischen Drohne. Die Kiewer Militärverwaltung teilte mit, dass die Luftabwehrsysteme der Stadt aktiviert worden seien, um die Angriffe abzuwehren. Opfer oder Schäden wurden zunächst nicht gemeldet.
Selenskyj will westliche Waffen in Russland einsetzen
Selenskyj bekräftigte am Sonntag auf X, dass die Beschränkungen für den Einsatz westlicher Waffen aufgehoben werden sollen. Russland habe auch keine Einschränkungen für den Einsatz seiner Raketen, deshalb müsse die Ukraine uneingeschränkte Fähigkeiten erhalten, argumentierte er. Allein in der vergangenen Woche habe der Aggressor 30 Raketen und 800 Gleitbomben auf die Ukraine abgefeuert.
Vorstoß dient der Destabilisierung Russlands
Der Vorstoß der ukrainischen Armee in die Grenzregion Kursk dauert bereits seit fünf Tagen an. Selenskyj äußerte sich am Samstagabend in seiner abendlichen Ansprache erstmals zu der Offensive und erklärte, Kiew versuche, den Krieg nach Russland zu „verlagern“. Ein ukrainischer Sicherheitsverantwortlicher schilderte am Samstagabend der Nachrichtenagentur AFP, der Vorstoß diene dazu, Russland zu „destabilisieren“. „Tausende“ Soldaten seien daran beteiligt. „Das Ziel ist es, die Stellungen des Feindes auseinander zu ziehen, ihm maximale Verluste zuzufügen und die Lage in Russland zu destabilisieren“, sagte er. „Wir befinden uns in der Offensive.“










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