Der Hollywood-Star als Country-Rocker: Kanadier Kiefer Sutherland brachte auf Europa-Tournee mit seiner fünfköpfigen Band den Grazer Club ppc zum Kochen.
Erst war er Geheimagent (in „24“), dann US-Präsident (in „Designated Survivor“), jetzt steht Kiefer Sutherland mit Gitarre und Band auf der Bühne des Grazer ppc. Dass der seit 2016 auch musikmachende Hollywood-Star dabei nichts von seinem Massen-Appeal einbüßt, merkt man gleich: Schon zwei Stunden, bevor der 57-jährige, in den USA lebende Kanadier überhaupt zu spielen anfängt, staut es sich in der Schlange vor dem Club. Drinnen dann: Ein rappelvoller Schwitzkasten mit gefühlten 40 Grad. Sporadische „Kiefer“-Sprechchöre, lauter als bei jeder Zahnarzt-Tagung (der Vorname klingt auf Deutsch in der Tat skurril).
Die Gretchenfrage ist da natürlich: Hält die Musik, was der Trubel verspricht? Ja, sie tut es. Denn Sutherland, der sonst so harte Leinwandhund, ist als Sänger nicht nur erstaunlich uneitel und nahbar. Er zeigt auch musikalisch Qualitäten, die im von ihm bedienten Genre durchaus eigenwillig sind. Die ausgewogen weiche, etwas nasale, stellenweise gehauchte Stimmfarbe des Stars gibt dem oft maskulin apostrophierten Countryrock eine bisweilen zart-verträumte Note.
Geradlinige Rock-Anteile
Natürlich bedient die mächtig aufspielende fünfköpfige Begleitband mit 12-String- und Steel-Pedal-Gitarrensounds eifrig Country-Klischees und auch die saftig spratzenden Rock-Anteile fliegen den Fans so geradlinig wie erhofft um die Ohren.
Doch kann Sutherland eben dabei und dazwischen auch Nummern wie „Goodbye California“ oder „Chasing the Rain“ liefern; leuchtende, elegisch pastellfarbene Gesangsstücke mit dennoch kräftigem Vorwärtstrieb, die einen weichen Kern aus harter Schale schälen. Dabei so authentisch zu bleiben, gelingt in diesem Genre nicht jedem. Exklusiv gibt es dazu Hörproben wie „Down Below“ oder die bluesige Ballade „Come Back Down“ vom 2025 erscheinenden neuen Album. Man freut sich darauf.
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