Während der oberösterreichische SPÖ-Vorsitzende Michael Lindner sein Image aufpoliert, steht sein Chef unter Beschuss – auch hierzulande. Bei einem Treffen mit Industriellen Hannes Androsch hinter verschlossenen Türen war aber wohl nicht nur die politische Linie von Andreas Babler Gesprächsthema.
Ein paar Mal sind sie sich schon über den Weg gelaufen, jetzt hat es auch mit einem längeren Gespräch hinter verschlossenen Türen geklappt. Oberösterreichs SPÖ-Vorsitzender und Landesrat Michael Lindner fuhr kürzlich nach Wien, um sich mit dem Industriellen und ehemaligen Vizekanzler und Finanzminister Hannes Androsch auszutauschen.
Soziale Politik der Mitte
Lindner zeigt sich von dem 86-Jährigen tief beeindruckt. Androsch sei sehr an der Arbeit in OÖ interessiert gewesen, mit seiner Saline AG ist er ja einer der größten Arbeitergeber im Salzkammergut, das noch immer eine Kernbastion der Sozialdemokraten ist. Lindner war sich mit dem Unternehmer jedenfalls darüber einig, dass es eine Politik der Mitte brauche, die die sozialen Bedürfnisse der Menschen versteht. Die Schlagworte sind jedenfalls Leistung, Aufstieg und Sicherheit – und das sollen im Hinblick auf die Nationalratswahl am 29. September die zentralen Leitlinien sozialdemokratischer Regierungspolitik sein.
Nicht der größte Fan von SPÖ-Chef Andreas Babler
Ganz gewiss haben die beiden Roten auch über die derzeitige Lage der Sozialdemokratie gesprochen. Und im Grunde dürften sich die beiden auch einig sein, was den linken Kurs der Partei unter dem Vorsitzenden Andreas Babler betrifft. Androsch gilt nicht gerade als Freund Bablers beziehungsweise seiner Politik. Er spricht von ideologischen Träumereien und davon, dass eine 32-Stunden-Woche nie und nimmer finanzierbar sei. Als Unternehmer wird er davon bestimmt etwas verstehen.
Elegant abgefangen
Wie steht Lindner zum Kurs der Partei und zu Babler? Nach anfänglicher Skepsis steht er jetzt hinter ihm und unterstützt ihn. Dass viele an Bablers Stuhl sägen, sieht er kritisch. Man solle sich nicht mit dem Tag nach der Wahl beschäftigen, sondern die Energie eher in die Zeit davor, also in den Wahlkampf einbringen, meint Lindner. Damit fängt er die aus OÖ abgefeuerten Giftpfeile Richtung Babler und Wien elegant ab.
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