Hitze-Hoch

Wenn der Arbeitsplatz zur Sauna wird…

Burgenland
10.07.2024 19:00

Am Mittwoch schnellte das Quecksilber allerorts auf über 30 Grad hinauf – mit 36,3 Grad war es – laut Apa – in Andau am heißesten. Nicht einmal in der Karibik ist es gerade so heiß wie bei uns. Gesundheitsdienste warnen davor, die Folgen für den Körper zu unterschätzen. Auch ÖGB und AK fordern erneut ein klimafittes Arbeitsrecht.

Sommer, Sonne, Sonnenschein – rekordverdächtige Temperaturen bringen die Burgenländer dieser Tage gehörig ins Schwitzen. Der Mittwoch war im Burgenland der bisher heißeste Tag des Jahres. In Andau wurden gegen 15 Uhr laut GeoShere Austria (ZAMG) 35,9 Grad gemessen, die Apa schreibt sogar 36,3 Grad. Knapp dahinter lag Eisenstadt mit 35,5 Grad und Podersdorf mit 35,4 Grad. Zum Vergleich: in Wörterberg war es mit 30,6 Grad am „kühlsten“.

2007 39,5 Grad in Andau
Auf dem Weg zum Allzeit-Hoch gibt es im Burgenland jedoch noch genügend Luft nach oben. Der alte Burgenland-Rekord stammt vom 20. Juli 2007. Damals wurden in Andau 39,5 Grad Celsius gemessen. Am 29. Juli 2013 kletterte die Temperatur in Güssing auf 39,1 Grad. Der Hochsommer macht auch in den nächsten Tagen keine Pause. Bei den bevorstehenden Temperaturen zieht es daher besonders viele zum nächsten Badesee. Der Neusiedler See ist aktuell mit 24 Grad einer der wärmsten Seen im Burgenland. Gebadet werden kann nach dem Hochwasser von Anfang Juni seit wenigen Tagen übrigens auch wieder im Burger Stausee.

Wenn der Arbeitsplatz zur Sauna wird
Für die einen ist es heiß, für die anderen noch heißer. Die aktuelle Hitzewelle bringt vor allem Arbeitnehmer ins Schwitzen. Besonders Tätigkeiten im Freien stellen bei Hitze ein erhöhtes Gesundheitsrisiko dar. Auf Dächern oder in Baugruben werden immer wieder Temperaturen um die 50 Grad erreicht. 30 Grad zeigte das Thermometer bei Ewald Neubauer gestern bereits um 9 Uhr Früh in seinem Dienstwagen der Landesstraßenverwaltung an.

Durchbeißen auf der Baustelle, trotz 30 Grad und mehr – so lautet die Devise bei Ewald Neubauer . (Bild: Christian Schulter)
Durchbeißen auf der Baustelle, trotz 30 Grad und mehr – so lautet die Devise bei Ewald Neubauer .

Zu diesem Zeitpunkt war er schon im Dauereinsatz. Wegen der extremen Hitze ist eine Stunde früher Dienstbeginn – gratis Wasserlieferungen den ganzen Arbeitstag inklusive. Gemeckert wird nicht, denn als „Hackler“ sei man es gewöhnt durchzubeißen.

Auch Kevin Berger hadert trotz Schweißperlen auf der Stirn nicht mit den Hundstagen. „Im Gegensatz zu anderen Jobs, können wir mit kurzer Hose arbeiten“, nimmt es der Juniorchef des Erdbauunternehmens aus Dt. Kaltenbrunn gelassen.

Kevin Berger arbeitet auch an Hundstagen. „Viel trinken“, so sein Tipp.   (Bild: Christian Schulter)
Kevin Berger arbeitet auch an Hundstagen. „Viel trinken“, so sein Tipp.  

„Viel trinken und die Fahrerkabine an den Seiten verdunkeln, dann kommt man auch ohne Klimaanlage durch den Tag“, so sein Tipp. Heißer Ofen und straffer Zeitplan, dieser Tage wird auch in der Küche doppelt geschwitzt. Serif Gül vom Dorfimbiss Rudersdorf schaut darum besonders auf die Gesundheit seiner Mitarbeiter. „Die Wasserflasche ist unser ständiger Begleiter, aber es gibt auch frisches Obst. Das sorgt für Abkühlung“.

Heißer Arbeitsplatz: Serif Gül und Mitarbeiter Christian schwitzen am Pizzaofen im Dorfimbiss Rudersdorf. (Bild: Christian Schulter)
Heißer Arbeitsplatz: Serif Gül und Mitarbeiter Christian schwitzen am Pizzaofen im Dorfimbiss Rudersdorf.

Auch, wenn im Burgenland das Stimmungsbarometer noch gut ist, bekräftigen AK und ÖGB die Forderung nach besseren Hitzeschutzmaßnahmen am Arbeitsplatz. Kritik gibt es dabei vor allem am Bund, „denn der politische Wille für klimafitte Arbeitsbedingungen fehlt“, sagen ÖGB-Landesvorsitzender Manuel Sulyok und AK-Präsident Gerhard Michalitsch. Die „Hitzefrei-Regelung“ betrifft bislang nur Arbeiter am Bau. Einen Rechtsanspruch darauf gibt es nicht, die Entscheidung, darüber liegt beim Arbeitgeber. Daher hat die AK eine gesetzliche Regelung für Hitzefrei ab 30 Grad für alle, die draußen arbeiten, gefordert. Lkws sollen zudem verpflichtend über eine motorunabhängige oder Standklimaanlage verfügen müssen. Für alle, die drinnen arbeiten, gilt eine Obergrenze bei 24 Grad. Dies soll verstärkt von der Arbeitsinspektion kontrolliert werden, wofür die AK auch mehr Personal fordert.

Christian Schulter
Christian Schulter
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