Die Anforderung eines Liechtensteiner Notarzthubschraubers vor gut einer Woche für einen nächtlichen Rettungseinsatz in den Ötztaler Alpen in Tirol wirft einige Fragen auf. Etwa, warum kein heimischer Helikopter gekommen ist. Es geht um das liebe Geld.
Es scheint paradox zu sein: Tirol verfügt über eine außergewöhnliche Dichte an Notarzthubschraubern. Die nächtliche Rettung einer Alpinistin kürzlich am Geigenkamm musste aber ein Hubschrauber aus Liechtenstein übernehmen.
Denn während untertags ausreichend Notarzthubschrauber in Tirol fliegen, sind die Stützpunkte in der Nacht geschlossen.
Die Zahl der Nachteinsätze in Tirol würde unter zehn bleiben.
Roy Knaus, Chef der Heli Austria
Grundsätzlich verfügen die Tiroler Notarzthelikopter und deren Besatzungen über alle Fähigkeiten für nächtliche Einsätze. Abends am längsten verfügbar ist der RK-2 in Reutte – er startet bis 22.30 Uhr.
„Frische“ Crews wären notwendig
Die Ausdehnung auf Nachtbetrieb würde ein Problem bei der Einhaltung der Ruhezeiten der Besatzungen verursachen. Es müssten wohl „frische“ Crews „übernehmen“ – und das kostet.
Ohne Geld kein Nachtbetrieb
So geht es im Endeffekt um die Finanzierung. „Wir haben neulich die Zahl der Nachteinsätze in Salzburg evaluiert und das Ergebnis auf Tirol umgelegt“, sagt Roy Knaus, Chef der Heli Austria. Deren Martin-Flugrettung betreibt bekanntlich in Tirol vier Stützpunkte für Notarzthubschrauber.
„Die Zahl der Nachteinsätze in Tirol pro Jahr würde unter zehn bleiben“, weiß Knaus. „Wenn niemand finanziell in die Bresche springt, wird wohl kein Helibetreiber bereit sein, einen Stützpunkt in der Nacht offen zu lassen.“
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