„Schraubenkönig“ zahlt

Neuer Millionenregen für die Salzburger Festspiele

Kultur
04.07.2024 20:00

Präsidentin Kristina Hammer gewinnt den milliardenschweren „Schraubenkönig“ und großen Kunstmäzen Reinhold Würth (89) als neuen Hauptsponsor.

„Dass die Würth-Gruppe ab 2025 neuer Hauptsponsor der Salzburger Festspiele ist, freut uns ganz besonders“, sagt Festspielpräsidentin Kristina Hammer.

Die „Krone“ erfuhr schon vorab von dem Deal für die Festspiele, die damit ab 2025 stolze sechs Hauptsponsoren haben, denn auch die aktuellen fünf konnten über die nächsten Jahre verlängert werden: „Es gab vor vielen Jahren schon einmal für kurze Zeit sechs, aber es ist die größte Anzahl an Hauptsponsoren, und dabei werden wir es belassen.“

Der große Kunstmäzen Reinhold Würth hat mit Schrauben und Dübel ein Vermögen gemacht. (Bild: Leopold Museum/APA-Fotoservice/Tanzer)
Der große Kunstmäzen Reinhold Würth hat mit Schrauben und Dübel ein Vermögen gemacht.
Festspielpräsidentin Kristina Hammer (Bild: Salzburger Festspiele / Peter Rigaud)
Festspielpräsidentin Kristina Hammer

Private Geldgeber sind essenziell für Österreichs großes Kulturfestival, denn „wir finanzieren uns zu rund drei Vierteln selbst“, so Hammer. Korrekte Summen zum Sponsoring kann sie natürlich keine nennen.

Aber 2024 beläuft sich das Gesamtbudget der Festspiele auf 71,2 Millionen Euro. Nur 28,54 Prozent davon kommen aus dem Steuertopf, die restlichen 71,46 Prozent werden über die Kartenerlöse (40 Prozent), dank Sponsoren, Mäzenen, Freundesvereinen und Vermietungen der Festspielhäuser aufgebracht.

Die Würth-Gruppe ist schon seit 2023 Projektsponsor für das Jugendprogramm „jung & jede*r“, Reinhold Würth seit vielen Jahren Festspiel-Mäzen.

Reinhold Würth

Seit fast 60 Jahren ist Reinhold Würth, der aus einer Schraubenhandlung mit nur einem Mitarbeiter im deutschen Künzelsau bei Stuttgart ein globales Unternehmen aufbaute, großer Förderer der Kunst. Der Milliardär trug eine der bedeutendsten Sammlungen der Welt zusammen, eröffnete 15 Museen und Ausstellungsräume in ganz Europa, wo er diese Sammlung gratis der Öffentlichkeit zugänglich macht. Musikalische Projekte fördert er mit einer eigenen Stiftung, u. a. gründete er 2017 die Würth Philharmoniker.

Höchst erfolgreich war Kristina Hammer schon 2023, als sie vom Unternehmer Hans-Peter Wild die Zusage bekam, „den Bau des neuen Festspielzentrums mit bis zu zwölf Millionen Euro zu unterstützen. Das ist die größte Einzelspende eines Mäzens, die wir je bekommen haben.“ 

Kommentar: Salzburger Präsidentinnen
Helga Rabl-Stadler kann ein Lied davon singen, wie hart die Anfangsjahre einer Salzburger Festspielpräsidentin sein können, als sie der damalige Intendant Mortier am liebsten zurück in ihr Dirndlgeschäft in der Getreidegasse geboxt hätte. Der Deutsch-Schweizerin Kristina Hammer, promovierte Wirtschaftsjuristin und Managerin, geht es seit ihrem Antritt am 1. Jänner 2022 nicht anders. Dass Intendant Markus Hinterhäuser mit der PR-Lady nicht kann, ist ein offenes Geheimnis, das Hin- und Hergezerre von Kompetenzen zeuge von einem „suboptimalen Innenverhältnis im Direktorium“, konstatierte auch der Bürgermeister, und immer öfter war die Rede von Hammers Entmachtung – zumal der Herr Landeshauptmann bekanntermaßen selbst von der Festival-Präsidentschaft träumt. Diese umfasst übrigens die Tätigkeitsbereiche Repräsentation, Marketing, PR, Vertrieb – und Fundraising, also das Auftreiben von Sponsorengeldern. Dass sie das kann, hat Hammer nun eindrücklich bewiesen, indem sie einen weiteren Riesenfisch an Land gezogen hat. Mission accomplished!

Stefan Weinberger

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