04.07.2024 15:00

Petrovic offensiv:

„Gewessler-Streit ist nur Theaterdonner“

Ex-Grünen-Chefin Madeleine Petrovic, nimmt im krone.tv-Interview Stellung zur Kandidatur ihrer eigenen Liste bei der Nationalratswahl.

„Zwischen den Grünen und mir hat es eine Entfremdung gegeben. Denn es wurden im Parlamentsklub zu politischen Themen immer wieder nur noch Meinungen verlautbart und das war es dann. Da wurde nicht wie zu Beginn der Grünen Bewegung miteinander diskutiert und daraus dann eine gemeinsame Linie definiert,“ so Petrovic. Auch derzeit sehe sie vor allem in außenpolitischen Fragen keine durchdachte Vorgangsweise der Grünen mehr. So würden etwa in Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt nur einseitige Sichtweisen vorangetrieben. Auf die Frage, ob man die Grünen damit nun auch als Kriegstreiber bezeichnen könnte, antwortet Petrovic: „Diesen Anschein (der Kriegstreiberei, Anm.) macht es schon.“

Naive Schwurbler
Aber auch sonst agiere man bei den Grünen nicht zeitgemäß: „Man verliert die Grüne Identität und ist schon in der Wortwahl beleidigend. Da wurde etwa in der Corona-Zeit Impfskeptiker als ´Schwurbler´ bezeichnet. Und dass man naiv sei.“ Damals sei laut Petrovic aber noch mehr falsch gelaufen: „Die Corona-Maßnahmen warn nicht verhältnismäßig, sondern überschießend. Etwa das Einsperren der Kinder war nicht richtig. Es sei auch nicht überraschend, dass nun viel mehr junge Menschen an Depressionen leiden würden als früher.“ Etliche Argumente der ´Liste Petrovic´ gingen offenbar in Richtung FPÖ. Ob die Themen der ´Liste Petrovic und der FPÖ überschneidend wären? Petrovic: „Ja, da gibt es einige Überschneidungen. Aber wir stimmen uns dazu nicht ab, sondern entscheiden rein inhaltlich. Und nicht, weil jemand anderer das auch so sagt.“

Die ehemalige Grünen-Chefin Madeleine Petrovic im krone.tv Interview. (Bild: krone.tv )
Die ehemalige Grünen-Chefin Madeleine Petrovic im krone.tv Interview.

Schilling-Anschuldigungen bekannt
Generell gelte laut Petrovic, dass man in der Politik viel mehr miteinander reden müsse. Auch innerhalb der Grünen: „In der Causa Schilling gab es schon seit Oktober 2023 Vorwarnungen, dass es zu Anschuldigungen kommen könnte. Trotzdem wurde sie zur Spitzenkandidatin ernannt. Ich hätte da besser Thomas Waitz genommen.“ Zum Beim Streit zwischen ÖVP und Grünen nach Gewesslers ´Ja´ zum Renaturierungsgesetz meint Petrovic: „Mir kommt das wir Theaterdonner vor. Denn bisher sind die Grünen immer handzahm der ÖVP gefolgt. Nun hat die Umweltministerin aber eben eine andere als die von der ÖVP gewünschte Entscheidung getroffen. Und schon wird heftig gestritten. In der Zwischenzeit redet man aber hinter den Kulissen schon wieder miteinander. Der Streit über Gewesslers ´Ja´ war also nur ein Theaterdonner.“

Keine Autofahrerpartei
Anderen Grünen Themen bleibt Petrovic mit ihrer Liste treu: „Wir sind nicht die Autofahrerpartei. Aber auch ich verwende manchmal das Auto. Das ist ganz normal.“ Sollte die „Liste Petrovic“ den Einzug in den Nationalrat schaffen, stellte sie klar: „Bei uns wird es im Parlament auch keinen Klubzwang geben.“

Das ganze Interview sehen Sie oben im Video!

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