In der Fehde zwischen zwei Familien in Wien lassen Richterprotokolle tief blicken. So drohten die angeschossenen Opfer den Schützen nach den Urteilen: „Lasst sie gehen. Blut um Blut!“
Weil sich eine Partei durch „blödes Schauen“ angegriffen fühlte, eskalierte eine Prügelei nach einer MMA-Ringschlacht in der Stadthalle zwischen zwei Familien aus Ex-Jugoslawien nahe dem Wasserpark in Wien-Floridsdorf vollends. Zurück blieben zwei angeschossene Bosnier und ein Perser. Doch die angeklagten Schützen und ein Messerstecher – ein Bauunternehmer und seine drei Söhne – wurden vom Mordversuch freigesprochen und „nur“ wegen absichtlich schwerer Körperverletzung (nicht rechtskräftig) verurteilt. Die Strafen reichen von fünf Monaten bedingt bis zu sieben Jahren Haft.
„Wir werden nicht aufgeben“
Eine Schwester (24) der teils schwer verletzten Opfer – einer der Angeschossenen trug bei der Tat eine Fußfessel, sein Bruder wurde aus der Haft, wo er wegen Körperverletzung saß, vorgeführt – erhob nach dem milden Spruch des Geschworenengerichtes im „Krone“-Gespräch schwere Anschuldigungen: „Wir werden nicht aufgeben. Die Urteile sind eine Schande für den Staat Österreich.“ Und weiter: „Es war keine Aussprache. Es war versuchter Mord!“
Ihre elfköpfige Familie leide heute noch unter den Folgen, die jüngeren Kinder, die die Tat mit ansehen mussten, könnten aus Angst teils nicht einmal zur Schule gehen.
Wütende Schreie hallten durch den Gerichtssaal
Auch im Gerichtssaal kochten die Emotionen ordentlich hoch, wie die Schriftprotokolle zeigen. „Blut um Blut, ich () deine Mutter. Lasst sie sofort gehen!“, hallte es von der Opferseite. Und an den Vorsitzenden des Dreier-Richtersenats gewandt: „Sie sind verantwortlich für die nächste Schießerei im 21. (Anm. d. Redaktion: Wiener Bezirk).“
Die Sicherheitsbehörden sind jedenfalls alarmiert, da eine Racheaktion auf offener Straße befürchtet wird.
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