Polizei-Postenwechsel

Schwarzer Zement mit roten Einsprenglingen

Oberösterreich
26.06.2024 18:00

Nach der Ohrfeige bei den EU-Wahlen geht die Sorge bei der Polizei in Oberösterreich um, dass im Herbst die ÖVP-Macht bröckelt. Das Kommando der Linzer Stadtpolizeidirektion übernimmt Klaus Hübner, in Wels und im Bezirk Vöcklabruck kommen mit Hermann Krenn und Franz Scheiböck zwei Rote an die Spitzen der Exekutive.

Das Postenkarussell dreht sich bei der Polizei in Oberösterreich und hätte sich sogar noch schneller drehen sollen, weil die Nationalratswahlen ihre Schatten vorauswerfen. Nach der „Watschn“ für die Schwarzen bei den EU-Wahlen sollte die Hausmacht in Oberösterreich einzementiert werden. Bei der Nachbesetzung des Linzer Stadtpolizeikommandanten verlief alles nach Plan: Klaus Hübner, bisher Polizeichef von Wels – und, wie berichtet, der Wunschkandidat von Landespolizeipräsident Andreas Pilsl, übernimmt am 1. Juli offiziell das Zepter von Karl Pogutter und wird heute auch der Öffentlichkeit präsentiert.

Vize-Polizeichef Rudolf Keplinger hat „Nein“ gesagt
Vize-Polizeichef Rudolf Keplinger hat „Nein“ gesagt(Bild: Dostal Harald)

Doch auf höchster Ebene war man offenbar zu spät dran beziehungsweise rechnete man nicht mit einem „Nein“ von Vize-Landespolizeichef Rudolf Keplinger. Der Jurist lehnte ein verlockendes Angebot aus Wien ab. „Wie schon so oft. Und ich habe schon oft abgesagt“, sagt der „Professor“, wie er intern genannt wird. Und dass er aus politischen Gesichtspunkten seinen Platz schon jetzt – zwei Jahre vor der Pensionierung – räumt, komme für ihn nicht in Frage. Geplant war nämlich, Karoline Stumptner, die aus Wien zurückkam und Keplingers vorherige Wirkungsstätte im Rechtsbüro führt, als neue Vize noch vor der Nationalratswahl zu fixieren und die schwarze Hausmacht damit abzusichern. Aber nachdem Bundespräsident Alexander Van der Bellen verkündet hat, er werde vor der Wahl keine Personalbestellungen mehr unterschreiben, war es ohnehin schon zu spät fürs „Zementieren“.

Klaus Hübner verlässt Wels und übernimmt Linz
Klaus Hübner verlässt Wels und übernimmt Linz(Bild: Markus Wenzel)

Doch das Farbenspiel ist nicht rein schwarz, angesichts möglicher Koalitionen im Herbst dürfen auch die Roten mitspielen. Ex-SP-Landtagsabgeordneter Hermann Krenn übernimmt das Stadtpolizeikommando in Wels, nachdem er interimistisch im Bezirk Vöcklabruck an der Spitze der Exekutive stand. Dorthin kehrt ebenfalls ein Roter zurück: Franz Scheiböck, der nach seinem Bürgermeister-Rückzug in Pichl bei Wels auf einem Chefsessel der Exekutive in Pension geht.

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