steirischer herbst

Die Schrecken des Vaterlandes im Superwahljahr

Steiermark
25.06.2024 13:30

Unter dem Motto „Horror Patriae – Schrecken des Vaterlandes“ erkundet der steirische herbst einmal mehr die politische Landschaft. Im Jahr der vielen Wahlen lenken Intendantin Ekaterina Degot und ihr Team von 19. September bis 13. Oktober den Fokus auf Begriffe wie Heimat, Herkunft und Zugehörigkeit.

Heuer wird gewählt, nicht nur in der Steiermark und im Bund, auch in vielen Ländern dieser Erde. Die Tendenz weist deutlich nach rechts. Für Künstler ist das ein mehr als guter Grund, unter die Oberfläche der einfachen Lösungen und verführerischen Slogans zu schauen. Daher haben herbst-Intendantin Ekaterina Degot und ihr Kuratoren-Team für das Festival den „Horror Patriae“ ausgerufen.

herbst-Intendantin Ekaterina Degot (Bild: Dietmar Reinbacher)
herbst-Intendantin Ekaterina Degot

„Überall hebt der Nationalismus seine Fratze und säuselt verführerische Slogans“, heißt es im Strategiepapier des steirischen herbst. Diese zu enttarnen, soll eine der Aufgaben des Festivals sein. In Kooperation mit dem Universalmuseum Joanneum wird auch die große herbst-Ausstellung in der Neuen Galerie dazu beitragen. Sammlungsstücke aus verschiedenen Museums-Abteilungen werden mit Arbeiten von 30 internationalen Künstlern zusammengeführt. Allein 15 Beiträge sind Auftragsarbeiten. 

Museum als Spielort
Besonders interessant werden die Auseinandersetzung von Pablo Bronstein mit dem Grazer Historismus, Thomas Hörls Ahnengalerie aus Perchten, die filmische Antisemitismus-Erkundung von Assaf Gruber, Jan Peter Hammers historischer Noreia-Exkurs oder Helene Thümmels Medienzitate sein.

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Nationen, Grenzen, Wurzeln und Bräuche sind eher Fiktion als Realität. Einer der Orte, an denen sie historisch entstanden sind, ist das Museum.

herbst-Intendantin Ekaterina Degot

Eine weitere Ausstellung im Forum Stadtpark befasst sich mit Werner Fenz‘ Projekt „Kunst Heimat Kunst“ (1992 bis 1994), dort werden auch Arbeiten der ersten Fenz-Stipendiatin Clara Ianni gezeigt.

Spannende Performances nicht nur zur Eröffnung
Die Eröffnung bringt im Lesliehof eine Performance von Natalia Pschenitschnikova und in der List-Halle eine ungewöhnliche Operette der internationalen Truppe La Fleur. „The Phantom of the Operetta“ beruft sich dabei nicht zuletzt auf Emmerich Kálmán.

Zur Eröffnung: Operette aus einem postkolonialen Blickwinkel mit La Fleur (Bild: Monika Gintersdorfer)
Zur Eröffnung: Operette aus einem postkolonialen Blickwinkel mit La Fleur

Choreografin Marta Navaridas stellt ein Punk-Ballett auf die Bühne, Felix Hafner wandelt auf den Spuren eines österreichischen Volksliederabends 1925 in Addis Abeba, Gerald Straub bringt mexikanische Gstanzln an die B 68 zwischen Gleisdorf und Feldbach, und Thomas Verstraeten vom belgischen Kollektiv FC Bergmann errichtet lebendige Wald-Tableaus im Grazer Traditionskaufhaus Kastner & Öhler.

Hübsch auch die Umkehrung, die Ari Benjamin Meyers in einer Tennishalle praktiziert. Hier singen Kinder Erwachsene in den Schlaf zu Texten des britischen Autors Tom McCarthy. Und schließlich erforscht das Theater im Bahnhof in Knittelfeld das Implodieren der FPÖ im Jahr 2002.

Festivals im Festival und Partner
Wie immer warten auch heuer das Literatur-Festival Out of Joint (kuratiert von Klaus Kastberger), das musikprotokoll und ein umfangreiches Partnerprogramm der Galerien und Kulturveranstalter. 

Ein Schwerpunkt liegt einmal mehr auf dem erfolgreichen Vermittlungsprogramm des steirischen herbst, das sich mit Workshops, Informationsveranstaltungen und speziellen Events an Jugendliche wie auch Erwachsene richtet.

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