Für den Jedermann

Neue Buhlschaft: „Sinnlicher Proben-Prozess“

Salzburg
25.06.2024 07:00

In knapp einem Monat feiert der neue „Jedermann“ mit Philipp Hochmair und Deleila Piasko auf dem Domplatz in Salzburg Premiere. Bis dorthin herrscht strengstens Alkohol-Verbot. 

„Die kleinen Sünden, die müssen sein“, erklärt Philipp Hochmair, während er sich beim „Krone“-Interview genüsslich eine Zigarre anzündet. Pro Tag gönnt er sich eine – als Belohnung. „Ich trinke während der Probenzeit keinen Tropfen Alkohol, weil die Arbeit auf der Bühne doch eine große physische Anstrengung ist. Am Domplatz, wo wir spielen, klettern die Temperaturen im Hochsommer auf bis zu 60 Grad. Das ist wie auf einer Bratpfanne.“ 

Seit Anfang Juni probt das Ensemble rund um den kanadischen Regisseur Robert Carsen fast täglich. Mehrere zweisprachige Dramaturgen unterstützen das internationale Team bei der Arbeit. „Unsere Probensprache ist Englisch. Da Robert Deutsch nicht als Muttersprachler spricht, liest er das Stück völlig anders. Durch ihn komme ich jetzt wieder zurück an die Quelle, weg von Rock und Punk und weg davon, Theater mit lauter Musik zu mischen“, verrät Hochmair. „Der internationale Blick auf das Stück ist eine echte Bereicherung.“

Philipp Hochmairs Belohnung: eine Zigarre beim Interview mit Redakteurin Elisa Torner. (Bild: Elisa Torner)
Philipp Hochmairs Belohnung: eine Zigarre beim Interview mit Redakteurin Elisa Torner.

Kein böses Blut mehr mit Ex-Jedermann-Ensemble
Die Rockstar-Attitüde will der Mime während seiner Zeit in der Mozartstadt generell ablegen. Die Partys am Rande der Festspiele werden ohne den 50-Jährigen auskommen müssen: „Ich muss gut auf mich aufpassen und zurückstecken, um auch andere Auftritte, die ich diesen Sommer noch außerhalb von Salzburg habe, nicht zu gefährden.“

Ruhe ist mittlerweile auch um die plötzliche Absetzung des alten Jedermann-Ensembles eingekehrt. „Ich hatte damit sowieso nichts zu tun, es weder bestellt, noch gewünscht. Ich war in diesen Konflikt überhaupt nicht involviert. Als das Angebot auf einmal da lag, war das für mich vollkommen überraschend. Aber: Es ist eine unendliche Freude, dass ich jetzt nach meinen eigenen Interpretationen zu dieser Art von Theater zurückkomme, in diesen klassischen Bereich.“

Die neue Buhlschaft Deleila Piasko ereilte der Anruf aus Salzburg in einer Drehpause. „Ich war danach am Set nur mehr so halb geistig anwesend, weil ich ständig dachte, kann das stimmen?“ Die Proben mit Philipp Hochmair beschreibt sie als „sinnlichen Prozess“. Auch am Design ihres Kostüms darf Piasko ein wenig mitfeilen. „Ich sage immer, was ich denke, auch im ästhetischen Sinne. Aber sonst bin ich total schüchtern. Es braucht bei mir zum Beispiel auch eine gewisse Überwindung am roten Teppich.“

Derzeit blende sie den nahenden Rummel um ihre Person noch aus. „Der Fokus liegt momentan klar auf meiner schauspielerischen Arbeit.“ Die ließ Piasko in den letzten Jahren zunehmend zur Nomadin werden. Einen festen Wohnsitz hat sie nicht. „Heimat ist ein Gefühl, das man sich selber gibt“, sagt die Schweizerin.

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