Für Intendantin Nicole Fendesack heißt es heuer bei Shakespeare in Mödling: „Time to say Goodbye“! Nach 25 Jahren gibt die Regisseurin und Schauspielerin das Zepter ab.
Vor 25 Jahren haben sie mit nichts angefangen, ein Viertel-Jahrhundert später haben sich die Shakespeare-Spiele im Konzerthof des Gemeindeamtes in Mödling als fixe Institution im sommerlichen Theaterreigen etabliert. Seit 2001 zieht Nicole Fendesack die Fäden sowohl auf als auch hinter der Bühne – von der Regie über die Intendanz bis hin zur Schauspielerei.
Dabei hat sie die Klassiker von Shakespeare stets neu gedacht: „Ich habe mir vorgestellt, was er täte. Shakespeare war ja am Puls der Zeit, heute wäre er ein Netflix-Star“, erklärt Fendesack im Gespräch mit der „Krone“.
In Mödling wurden „Hamlet“ und „Othello“ kurzerhand von Frauen gespielt, der „Sommernachtstraum“ wurde zu einem „Sleep-over“ in Pyjamas. Außerdem gab und gibt es während der Vorstellung stets Live-Musik sowie Essen und Trinken – wie zu Shakespeares Zeiten!
Liste an prominenten Namen
Und auch viele mittlerweile große Namen haben bei ihr „gehen“ gelernt: Stefanie Reinsperger, Stefan Pohl oder Julia Roy – heute großer Star in Frankreich. „Ich habe immer unterrichtet und jedes Jahr waren Schauspielschüler von mir in Mödling mit dabei. Sie fanden es cool“, erzählt Fendesack.
Regelmäßige Unterstützung gab es auch aus dem Kreis ihrer Familie – etwa durch Tochter Samantha Steppan und ihre Enkelkinder, eines davon bereits im zarten Alter von 3 Wochen. Diese Art des Familienbetriebes hat über die Jahre vieles erleichtert. Doch: „Alles hat seine Zeit und jetzt ist Zeit Schluss zu machen“, freut sich Fendesack auf freie Tage und neue Aufgaben: „Mein großes Ziel ist es, besser Italienisch zu lernen. Natürlich in Italien.“
Freut sich auf die Zukunft
In Mödling stehen heuer passend zum Abschied unter dem Motto „Time to say goodbye“ gleich vier Premieren auf dem Programm. Los geht es am 27. Juni mit „Es war die Lerche“, gefolgt von „Romeo & Julia“ (11. Juli). Und auch nach 25 Jahren gehen Fendesack die Ideen nicht aus: „Vielleicht veranstalte ich im Wald ein Spontantheater – als eine Art Rave“.
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