Martin Kobras:

„Der Sport war eine gute Lebensschule für mich“

Vorarlberg
08.06.2024 13:30

Der Lingenauer Martin Kobras hat seine Tormann-Handschuhe endgültig an den Nagel gehängt. Im Interview mit der „Krone“ blickt er auf seine Karriere zurück und verrät, was er für die Zeit nach dem Fußball plant.

„Krone“: Martin Kobras, Sie werden in wenigen Tagen (19. Juni) 38 Jahre alt und beenden ihre Karriere. Stehen Sie am Samstag tatsächlich das letzte Mal für Rotenberg auf dem Platz?
Martin Kobras: Vermutlich nicht. Ich denke, wenn Not am Mann ist, werde ich beim FC Rotenberg sicher das eine oder andere Mal einspringen müssen. Und als Tormanntrainer bleibe ich dem Klub ohnehin erhalten.

Wenn Sie auf die 32 Jahre ihrer Karriere zurückblicken, was ist ihr Resümee?
Ich habe mir mit meiner Profikarriere einen Kindheitstraum erfüllt. Ich konnte mein Hobby zum Beruf machen, habe sehr viele Leute kennengelernt. Ich habe im Sport gelernt, mit Höhen und Tiefen umzugehen, die Zeit war eine gute Lebensschule.

Was waren denn die absoluten Highlights in ihrer langen Karriere? Es gab ja einiges zu feiern.
Zuvorderst der Aufstieg in die Bundesliga 2014, nachdem wir mit Altach davor vier Saisonen vergeblich versucht hatten, ins Oberhaus zurückzukehren. Und natürlich die acht Europa League-Qualifikationsspiele 2017.

Sie sind im Sommer 2009 nach Altach gekommen und haben dort 360 Spiele bestritten. Was bedeutet Ihnen der Klub heute noch?
Altach war natürlich meine sportliche Heimat über mehr als zwölf Jahre. Auch nach meinem Wechsel zu Rotenberg habe ich das Geschehen mit großem Interesse mitverfolgt. Das wird auch so bleiben.

Haben Sie noch Kontakt mit Altacher Spielern?
Eigentlich kaum. Philipp Netzer, Lukas Jäger und Louis Mahop sind die Letzten, die ich noch aus meiner Zeit als Spieler kenne. Auch mit Sebastian Brandner haben ich noch zusammengearbeitet. Es gibt noch den einen oder anderen losen Kontakt.

Sie haben vor drei Jahren das Lehramtsstudium begonnen, welche Fächer werden Sie später unterrichten?
Ich studiere Mathematik und Geschichte.

Woher stammt das Interesse für Geschichte?
Es wäre aufgelegt gewesen, Sport zu studieren, das ist aber nur in Innsbruck möglich. Da ich aber schon eine Familie gegründet hatte und zwei kleine Kinder habe, wollte ich unbedingt in Vorarlberg bleiben. Deshalb habe ich mich neben Mathematik für Geschichte entschieden – was ich nie bereut habe.

Wann waren Sie zuletzt in Altach als Zuschauer?
Gegen BW Linz im Februar. Ich habe mir aber vorgenommen, mir künftig wieder öfter eine Partie in Altach anzuschauen. Zeit dazu habe ich jetzt ja.

Sie haben die letzten Jahre bei Rotenberg gekickt. Eine Herzensangelegenheit?
Ja, das ist halt mein Heimatverein. Der Klub ist bekanntlich aus einer Fusion von Lingenau und Langenegg entstanden und hat sich zu einem Vorzeigeprojekt entwickelt. Dort wird mittlerweile auch tolle Nachwuchsarbeit geleistet. Ich bin stolz, dort gespielt zu haben!

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