Polizei-Großaufgebot

Jehova-Bomber: Sprengstoff auch in Haus vermutet

Steiermark
29.05.2024 20:54

Nächster Großeinsatz für die Exekutive in Sachen Jehova-Bomber: Am Mittwochabend wurde das Haus des Steirers (55) in Premstätten durchsucht. Man vermutete dort weiteren Sprengstoff. Gegen 21 Uhr zog der Entminungsdienst wieder ab. Ob tatsächlich verdächtige Substanzen oder Gegenstände gefunden wurden, ist noch unklar. 

Am Mittwoch war jener Mann, der die Zeugen Jehovas in der Steiermark in Angst und Schrecken versetzte, der Polizei in die Fänge gegangen. Der 55-jährige Steirer, der mutmaßlich hinter mehreren Bombenanschlägen stecken soll, zeigte sich bereits geständig. 

Unterhaltsstreit als Motiv
Der IT-Techniker war selbst von 1991 bis 2011 ein Zeuge Jehovas, war mit einer Frau aus der Glaubensgemeinschaft verheiratet und hat mit ihr zwei Kinder. Doch nach der Scheidung wurde er von den Zeugen Jehovas ausgeschlossen – es folgte ein jahrelanger Unterhaltsstreit mit seiner Ex-Frau. Im vergangenen Jahr dann traf er offensichtlich die Entscheidung, sie töten zu wollen.

Auch ein Spezialroboter kam zum Einsatz. (Bild: Scherbichler Wulf/Wulf Scherbichler)
Auch ein Spezialroboter kam zum Einsatz.
In der Grazer Elisabethstraße war am Mittwochnachmittag nach Sprengsätzen gesucht worden. (Bild: Wulf Scherbichler)
In der Grazer Elisabethstraße war am Mittwochnachmittag nach Sprengsätzen gesucht worden.
Rupert Meixner, Chef vom steirischen LSE, der steirische Polizei-Chef Gerald Ortner und Rene Kornberger, Leiter vom LKA Steiermark und Bomben-Experte bei der Pressekonferenz am Mittwoch  (Bild: Krisper Monika)
Rupert Meixner, Chef vom steirischen LSE, der steirische Polizei-Chef Gerald Ortner und Rene Kornberger, Leiter vom LKA Steiermark und Bomben-Experte bei der Pressekonferenz am Mittwoch 

Haus in Premstätten durchsucht
Nach mehreren Bomben-Attentaten, bei denen es zum Glück keine Opfer gab, kamen die Ermittler dem Mann auf die Spur. Ab Mittwochabend wurden nun Haus und Grundstück des Steirers in Premstätten mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften durchsucht, man vermutete dort weiteren Sprengstoff. Daher wurde auch die Gegend rund um den Wohnsitz des Verdächtigen großräumig abgesperrt. Mittlerweile zog der Entminungsdienst allerdings wieder ab. 

Die Nachbarn zeigten sich gegenüber der „Krone“ schockiert, sie beschrieben den 55-Jährigen als „sehr zurückgezogen“. Man habe sich nicht gekannt.

Der Mann hatte zuvor im Verhör zugegeben, bereits Anfang Mai eine Rohrbombe mittels Magnet am Auto seiner Ex angebracht zu haben. Dies führte am Mittwochnachmittag im Bereich Graz-Ries (Elisabethstraße) zu einem neuerlichen Großeinsatz samt Sperren der Polizei. Hinweise auf einen tatsächlichen Sprengsatz konnten dabei allerdings nicht festgestellt werden, wie die Exekutive am Mittwochabend mitteilte. Dennoch wird weiter ermittelt.

 „Erleichterung“ bei Zeugen Jehovas
Große Erleichterung herrscht jedenfalls bei den Zeugen Jehovas: „Wir sind dankbar, dass die Behörden den Täter festgenommen haben, der, wie von der Polizei bestätigt, in den letzten Monaten Angriffe auf unsere Glaubensangehörigen verübt hat“, sagt Markus Kakavis, Sprecher der Zeugen Jehovas in Österreich: „Diese Nachricht bietet allen Familien und Gemeindemitgliedern unserer Religionsgemeinschaft ein gewisses Maß an Erleichterung und Sicherheit. Besonders geschätzt haben wir in dieser Zeit die Schutzmaßnahmen und die Unterstützung durch die Polizei, die die Bedrohung sehr ernst nahm.“

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