Mo, 17. Dezember 2018

Fahrplan ist geheim

30.10.2012 16:00

Atom-Alarm in Wien: Uni tauscht Brennstäbe

Atom-Alarm in Wien: Polizei und Security-Einsatzkräfte mit Schäferhunden patrouillieren derzeit am Areal des Atominstituts der Technischen Universität im Prater. Demnächst - aus Sicherheitsgründen wird der genaue Fahrplan für die Arbeiten geheim gehalten - werden im dortigen Forschungsreaktor mit Uran angereicherte Brennstäbe ausgetauscht. Das Gelände wurde in einen Hochsicherheitstrakt verwandelt, die Szenerie erinnert an die berüchtigten Castor-Transporte in Deutschland.

Dutzende Brennelemente strahlen im Kern des Forschungsreaktors derzeit vor sich hin. Die ältesten stammen noch aus dem Jahr 1962. Um den schleichenden Abbrand des Urans zu kompensieren, wurde der Bestand auf zuletzt mehr als 100 erhöht. "Wir müssen sie austauschen. Denn sollte das nicht passieren, müssten wir den Reaktor bis 2016 stilllegen", so Sprecherin Bettina Neunteufel zur "Krone".

Einer von 50 Reaktoren dieser Art
Jetzt hat also die Stunde null geschlagen im Atominstitut, das 1958 gegründet worden war und 1962 an den heutigen Standort übersiedelte. Seitdem hat es Hunderte Forscher und Nuklearexperten aus der ganzen Welt auf das Gelände im Prater verschlagen. Denn dort werden auch Atominspektoren ausgebildet.

Weltweit sind nach Angaben der TU insgesamt 50 Reaktoren dieser Art in Betrieb, zehn davon in Europa. Für den Austausch der Elemente herrscht dabei Sicherheitsstufe eins - für Zaungäste von außen ist das hochbrisante Unterfangen nur an den Patrouillen und an einem auch in den Nachtstunden aktiven Riesenkran erkennbar. Hinter den Kulissen laufen diffizile logistische Vorbereitungen für den Transport.

91 von 104 alten Stäben landen in den USA
Von 104 Uran-Stäben werden 91 in die USA gebracht. Von dort wiederum kommen die neuen Brennelemente - 77 an der Zahl - nach Wien. Und zwar per Schiff nach Koper in Slowenien und dann per Lastwagen quer durch Österreich. 13 frische bzw. nur wenig abgebrannte Elemente bleiben im Prater.

Ein Vergleich der Reaktorstärken: Jener in Temelín – um den Schrottreaktor herrscht Daueralarm – hat eine maximale Dauerleistung von 3.000 Megawatt, unser Winzling lediglich 250 Kilowatt.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Tödliche Stromschläge
Smartphone kostete zwei Jugendliche das Leben
Elektronik
„Legion of Dawn“
„Anthem“: Neuer Trailer zum Action-Rollenspiel
Video Digital
Man. United im Tief
Symptomatisch! Fellaini schießt Security-Mann ab
Fußball International
Advent im Schwarzwald
Ravennaschlucht: Idylle im Wintermärchen
Reisen & Urlaub
Weihnachten ohne Karte
Meghans Vater hofft auf Machtwort der Queen
Video Stars & Society
Nach Derby-Pleite
War‘s das mit Rapids Meister-Play-off-Ambitionen?
Fußball National
Sprit als Preistreiber
Teuerung im November weiter bei 2,2 Prozent
Wirtschaft

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.