Mi, 15. August 2018

Bis zur Wochenmitte

29.10.2012 12:04

Schnee im Oktober: Viele Regionen in Österreich weiß

Es ist ein seltenes Ereignis: Schnee im Oktober. Am Wochenende waren viele Regionen Österreichs weiß. Auch in der Nacht auf Montag leistete Frau Holle vielerorts ganze Arbeit, so auch in der Bundeshauptstadt. Über zehn Zentimeter der weißen Pracht blieben in Teilen Wiens liegen.

Besonders in den Innenbezirken hielt sich der Schnee aufgrund der Wärme des Bodens jedoch nicht lange, lediglich die angezuckerten Hausdächer zeugten vom Schneetreiben in der Nacht. Tief winterlich war es dagegen in den höher gelegenen Randbezirken (Bilder 1-5). Deshalb war der Winterdienst besonders im Westen Wiens und auf der Höhenstraße im Einsatz, um die Fahrbahn von der weißen Pracht zu befreien. Verkehrsbehinderungen gab es trotz der winterlichen Fahrbedingungen keine.

20 Zentimeter Neuschnee in Niederösterreich
Besonders ergiebig schneite es in der Nacht auf Montag im niederösterreichischen Most- und Industrieviertel - dort gab es bis zu 20 Zentimeter Neuschnee. Die Asfinag stand im Osten Österreichs mit etwa 100 Pflügen und Streufahrzeugen im Einsatz. Aufgrund noch fehlender Winterbereifung blieben vor allem auf Steigungsstrecken, wie dem Wechsel auf der Südautobahn, einige Fahrzeuge hängen.

6.000 Haushalte in Kärnten ohne Strom
In Kärnten führte der Wintereinbruch in der Nacht auf Montag zu zahlreichen Stromausfällen, insgesamt 6.000 Haushalte waren betroffen. Aufgrund der Last des nassen Neuschnees waren Bäume, die zum Teil noch Blätter tragen, niedergedrückt worden und stürzten auf Stromleitungen. Doch bereits am Vormittag war der Großteil der Schäden wieder behoben (Bild 6).

In der Gemeinde Greifenburg verursachte ein umgestürzter Baum einen Brand - durch einen Kurzschluss hatte sich ein Strommast entzündet. In der Gemeinde Himmelberg stürzten drei Bäume auf einen Pkw, der Fahrer konnte sich jedoch unverletzt aus dem völlig zerstörten Auto retten. Aufgrund der winterlichen Fahrbedingungen kam es auf den Straßen immer wieder zu Verkehrsunfällen und Behinderungen.

Über 160 Einsätze in der Steiermark
Auch in der Steiermark hatten die Florianis aufgrund des frühen Wintereinbruchs alle Hände voll zu tun. Über 160 Mal mussten die Feuerwehren ausrücken, um Schnee sowie umgestürzte Bäume von den Straßen zu entfernen und Brände bei Heizanlagen zu bekämpfen.

Im obersteirischen Altaussee dürfte ein 43-jähriger Lkw-Fahrer die winterlichen Fahrbedingungen unterschätzt haben. Der Mann geriet mit seinem Fahrzeug, das mit 25 Tonnen Gipskartonplatten beladen war, ins Schleudern, kam von der schneeglatten Fahrbahn ab und stieß gegen eine Böschung (Bild 7). Die Zugmaschine wurde schwer beschädigt, der 43-Jährige kam mit dem Schrecken davon.

Bis zu 25 Zentimeter Neuschnee am Wochenende
Die Wetterfront war am Samstag vom Westen nach Österreich gekommen, in Salzburg begann es in den Nachmittagsstunden zu schneien. In der Landeshauptstadt lagen Sonntag früh vier Zentimeter Schnee (Bilder 7 und 8), in St. Johann (Pongau) 14 Zentimeter, und am Sonnblick (Pinzgau) fielen gar 25 Zentimeter Neuschnee. Im östlichen Flachland und im Grazer Becken gingen die weißen Flocken am Sonntag "rechtzeitig" zum Frühverkehr nieder.

Schnee Ende Oktober "hängt natürlich stark von der Seehöhe ab", betonte ZAMG-Klimatologe Alexander Orlik. Entlang der Donau fällt im Schnitt nur alle 50 Jahre im Oktober Schnee. In der Stadt Salzburg kommt eine geschlossene Schneedecke von mindestens einem Zentimeter Höhe zu dieser Zeit statistisch gesehen alle zehn Jahre vor. In Graz erlebt man Oktober-Schnee im Schnitt nur alle 15 Jahre.

Wetter beruhigt sich ab Wochenmitte
ZAMG-Prognose für die nächsten Tage: Am Dienstag halten sich an der Alpennordseite ein paar Wolkenreste noch länger, abgesehen davon setzt sich aber meist sonniges Wetter durch. Der Wind dreht bis zum Abend allmählich auf südliche Richtungen, bleibt aber vorerst meist nur schwach bis mäßig. In der Früh hat es minus 13 bis minus ein Grad, in schneebedeckten Alpentälern sinkt die Temperatur auch bis minus 16 Grad ab. Bis zum Nachmittag steigen die Werte auf ein bis neun Grad.

Abgesehen von einigen morgendlichen Nebel- und Hochnebelfeldern in Tälern und Becken scheint am Mittwoch bei Tageshöchsttemperaturen von vier bis 13 Grad verbreitet die Sonne, dabei zeigen sich anfangs kaum Wolken. Von Süden her gelangt allerdings im Tagesverlauf dann kompaktere Bewölkung nach Österreich, bis zum Abend kann es südlich des Alpenhauptkammes zu einzelnen Regenschauern kommen. Die Schneefallgrenze steigt dabei wieder auf 1.300 und 1.700 Metern Seehöhe. Die Alpennordseite ist durch Südföhn deutlich wetterbegünstigt.

Am Donnerstag ist es verbreitet dicht bewölkt, dazu fällt hin und wieder etwas Regen. Alpensüdseitig regnet es anfangs noch intensiv, bald wird der Niederschlag aber auch hier schwächer. Die Schneefallgrenze liegt zwischen 1.200 und 1.600 Metern Seehöhe. Am Nachmittag regnet es im Süden und Westen noch gelegentlich, sonst verläuft die zweite Tageshälfte überwiegend trocken.

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