Mi, 17. Oktober 2018

37.500 Rial für 1$

02.10.2012 13:52

Iran-Währung im Sturzflug, Regime ortet Spekulation

Seit Monaten geht es abwärts, in den letzten Tagen ist die iranische Währung Rial jedoch in den Sturzflug übergangenen: Am Montag vermeldete man mit rund 35.000 Rial für einen Dollar einen Rekordtiefstand, am Dienstag lag der Kurs bei 37.500 Rial. Die iranische Regierung macht Spekulanten für den Kursverfall verantwortlich, einheimische Geschäftsleute halten die Krise hingegen für hausgemacht.

Bereits am Montag hatte die iranische amtliche Nachrichtenagentur Mehr einen historischen Tiefstand des Rial bei 35.000 iranischen Rial für einen US-amerikanischen Dollar vermeldet. Am Vortag war ein Dollar noch für 29.600 Rial zu haben gewesen. Der Wert der iranischen Währung sank damit binnen eines Tages um 18 Prozent.

Am Dienstag ging die Talfahrt unvermindert weiter: Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge verteuerte sich der Dollar auf dem freien Markt auf 37.500 Rial. Andere Händler sprachen sogar von einem Kursanstieg auf 38.000 bis 40.000 Rial.

Seit Juni vergangenen Jahres hat der Rial rund zwei Drittel seines Werts eingebüßt. Die iranische Regierung nimmt nun angebliche Spekulanten ins Visier, die sie verantwortlich für den Kursverfall macht. Industrieminister Mehdi Ghazanfari kündigte am Dienstag eine strengere Überwachung des Kapitalmarktes durch Behörden an, allerdings ohne weitere Details zu nennen.

Bis zu 50 Öl-Milliarden verloren, Inflation bei 25 Prozent
Mit seinen bisherigen Maßnahmen konnte das Mullah-Regime jedenfalls wenig ausrichten. Die Einrichtung eines "Währungszentrums" in der vergangenen Woche, das Importeure mit billigen Dollars versorgen soll, scheint den Kursverfall eher zu beschleunigen als zu stoppen. Das Währungszentrum orientiert sich bei seinen Wechselkursen nämlich an denen auf dem freien Markt.

Dadurch droht die Inflation weiter an Fahrt aufzunehmen. Schon jetzt beträgt die offiziell ermittelte Teuerungsrate 25 Prozent. Viele Geschäftsleute und Bürger im Iran halten die Währungskrise für hausgemacht. Wegen der Sanktionen im Atomstreit nimmt die Islamische Republik immer weniger Devisen durch Öl-Exporte ein. Als Folge tauschten auch viele Iraner ihre Rial-Geldvermögen in harte Währung und befeuerten so den Verfall.

Die Sanktionen des Westens haben auch die Banken des Landes vom internationalen Zahlungsverkehr weitgehend abgeschnitten. Nach Schätzungen Israels sind dem Iran durch das Embargo zwischen 45 und 50 Milliarden Dollar an Öl-Einnahmen entgangen.

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