23.09.2012 10:27 |

Große Lücke

Athens Regierung fehlen angeblich 20 Milliarden Euro

Die Lücke im griechischen Staatshaushalt ist einem Medienbericht zufolge größer als bisher bekannt. Nach vorläufigen Erkenntnissen der Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds fehlen der Regierung von Ministerpräsident Antonis Samaras (Bild) demnach rund 20 Milliarden Euro, das ist fast doppelt so viel wie zuletzt eingeräumt.

Samaras soll laut dem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" bereits mehrfach angefragt haben, ob die öffentlichen Gläubiger bereit wären, auf die Rückzahlung von Schulden zu verzichten. Zudem erhofft er sich, bei der Erfüllung seiner Sparziele zwei Jahre mehr Zeit zu bekommen. Zuletzt wurde außerdem verstärkt über einen zweiten Schuldenschnitt für Griechenland spekuliert, der diesmal vor allem die staatlichen Gläubiger treffen würde.

Griechen erachten Sparprogramm als ungerecht
Unterdessen wächst in der Bevölkerung der Unmut über die Sparanstrengungen der Regierung: Wie eine aktuelle Umfrage zeigt, sieht eine überwältigende Mehrheit der Griechen die neuen Sparpläne als sozial ungerecht an. 90 Prozent der Befragten erklärten, das neue Reformpaket gehe fast ausschließlich zulasten der ärmeren Teile der Bevölkerung. Nur 33 Prozent glauben zudem, dass die neuen Einschnitte ins soziale Netz die Probleme des Landes lösen werden. Gleichwohl plädierten 67 Prozent der Befragten dafür, dass Griechenland in der Euro-Zone bleibt.

Die Regierung in Athen verhandelt derzeit mit der Troika aus EU, EZB und IWF über ein neues, fast zwölf Milliarden Euro umfassendes Sparpaket, das als Voraussetzung für die Auszahlung einer weiteren Milliarden-Tranche aus dem Hilfsfonds gilt. Bislang hat die Regierung der Troika etwa zugestanden, das Renteneintrittsalter um zwei Jahre auf 67 Jahre anzuheben. Auch weitere Verschlechterungen für die Bevölkerung bei Sozial- und Rentenleistungen sind geplant. Wann die Troika dann ihren Abschlussbericht vorlegen wird, ist noch unklar.

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