Aufregung unter den steirischen Fahrschulbetreibern: Weil in der zuständigen Abteilung Personal fehlt, können angehende Fahrlehrer aktuell ihre Prüfung nicht ablegen. Damit fehlen in der beginnenden Motorradsaison vielerorts Ausbilder.
Der allerorts grassierende Fachkräftemangel macht auch vor den Fahrschulen nicht Halt. Um den Beruf des Fahrlehrers attraktiver zu machen, trat mit 1. Jänner in diesem Jahr die neue Kraftfahrgesetz-Novelle in Kraft. Dadurch soll der Beruf für Einsteiger nicht nur finanziell ansprechender werden, sondern Fahrlehrer sollen damit vor allem auch schneller in Fahrschulen einsetzbar sein.
Fahrlehrer in der Warteschleife
Doch gerade dabei spießt es sich jetzt in der Steiermark: Nach vier Monaten (und mindestens 140 Unterrichtsstunden) müssen Fahrlehrerassistenten nämlich eine Lehrbefähigungsprüfung beim Land ablegen, um eben als Fahrlehrer tätig zu sein. „Nur leider hat es bis Mitte Februar gar keine Prüfungstermine gegeben und auch jetzt werden viel zu wenige angeboten“, schüttelt Markus Dirschlmayr, der mit der Fahrlehrer-Company in Kapfenberg eine eigene Akademie für Fahrlehrer betreibt und auch Chef der Fahrschule Steirerdrive in Bruck ist, den Kopf.
Allein in seinem Betrieb würden 50 Kandidaten auf einen Prüfungstermin warten. „In der ganzen Steiermark sind es sicher 100 – wir würden im Mai und Juni drei bis vier zusätzliche Termine benötigen. Denn mit der jetzt beginnenden Motorradsaison stehen wir kurz vor der wichtigsten Jahreszeit für alle Fahrschulen.“
„Die Situation ist unerträglich“
Dirschlmayr hat sich deshalb an den zuständigen Landesrat und LH-Stellvertreter Anton Lang (SPÖ) gewandt, zumal diese Verzögerungen nicht nur die Fahrschulen vor wirtschaftliche Probleme stellen. „Einige Lehrkräfte haben schon Probleme mit dem AMS, weil sie aufgrund der Verzögerungen um ihr Geld umzufallen drohen. Die Situation ist unerträglich – ich bin mit meiner Geduld am Ende.“
Land räumt Probleme ein
Im Büro von Anton Lang bestätigt man, „dass es in den vergangenen Monaten aufgrund gesetzlicher Umstellungen zu einigen Problemen kam“. Insbesondere, weil die Rahmenbedingungen vom Bund erst seit Kurzem vorliegen. „Klar ist, dass es dem Land Steiermark natürlich ein Anliegen ist, dass Fahrlehrer ihre Prüfungen abhalten und ihre Ausbildung damit rechtzeitig und zeitnah abschließen können.“ Zudem sei man auch bemüht, das Personal in der zuständigen Abteilung 16 des Landes aufzustocken.
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