16.04.2024 07:20

Polit-Comeback in Wien

Strache: „FPÖ-Versöhnung hat nicht stattgefunden“

Ex-FPÖ-Chef Heinz Christian Strache hat im Interview auf krone.tv erneut bestätigt, bei der Wiener Gemeinderatswahl 2025 anzutreten. Seine politische Vergangenheit liegt ihm jedoch im Magen: „Ich habe in den letzten Jahren viele Verleumdungen erlebt. Aber ich habe insgesamt 10 Verfahren auch gewonnen. Womit man sieht, wie mit Verleumdungen gegen mich umgegangen wurde.“

Strache erzählt, dass er auch den Ausschluss aus der freiheitlichen Wertegemeinschaft, sprich der FPÖ miterleben musste. „Das war damals ein wirklicher Schlag in mein Herz. Bei meinem Antritt zur Gemeinderatswahl 2020 ist mir der Einzug in den Gemeinderat zwar nicht geglückt, aber da waren die Verleumdungen gegen mich auf einem Höhepunkt.“

Versöhnungsbemühung
Strache habe danach zweieinhalb Jahre lang der freiheitlichen Bewegung die Hand zur Versöhnung ausgestreckt. „Das tue ich nach wie vor. Weil es der Wunsch von vielen Mitstreitern, aber auch Bürgern ist, dass man eine Aussöhnung erlebt. Ich denke, das wäre auch vernünftig. Leider hat das bis dato aber nicht stattgefunden. Deshalb beginnen wir jetzt mit der Planung meiner Kandidatur bei der Wien-Wahl 2025. Sollte eine Aussöhnung von der FPÖ nicht gewünscht sein, gehe ich mit meiner Liste in die Wahl.“

Ex-FPÖ-Chef Heinz Christian Strache im krone.tv-Talk (Bild: krone.tv)
Ex-FPÖ-Chef Heinz Christian Strache im krone.tv-Talk

Man habe ihm zwar da und dort unrecht getan, trotzdem sei er aber mit sich, und auch der freiheitlichen Wertegemeinschaft im Reinen. Mit Dominik Nepp und auch Herbert Kickl sei es bis dato noch zu keiner Aussprache bekommen. Die Frage, ob es bisher schon zu einem gemeinsamen Bier mit den aktuellen FPÖ-Spitzenrepräsentanten gekommen sei, verneinte der EX-FPÖ-Obmann. Strache: „Bis dato noch nicht. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.“

Stichfeste Weste für das Kaufen von Eis nötig
Die politische Themenlage seiner eigenen Liste sei jedenfalls praktisch ident mit jener der aktuellen FPÖ. Aber es sei gut, dass die Themen, die er 14 Jahre als Wiener Landeparteivorsitzender und dann auch als FPÖ-Vorsitzender vorangetragen hat, nun Fortsetzung finden: „Wenn man heute mit einer schusssicheren oder stichfesten Weste im 10. Bezirk Eis kaufen gehen muss und Angst hat, den Eisverkauf vielleicht nur verletzt oder gar nicht zu überleben, dann sind das dramatische Entwicklungen und da muss sich was ändern.“   

Strache hoffe nächstes Jahr für das Team HC Strache eine Verdopplung der 3,27 Prozent, die bei der Wien-Wahl 2020 erreicht worden sind. Das wären somit klar über fünf Prozent und damit der fixe Einzug in den Wiener Gemeinderat. Strache: „Richtung acht Prozent traue ich uns zu.“

Rücktritt war ein Fehler
Der Rücktritt als Vizekanzler war, egoistisch gedacht, ein Fehler. Stache: „Im Nachhinein ist man immer gescheiter. Aber ja, egoistisch gedacht war das ein Fehler. Denn durch den Rücktritt habe ich gemerkt, wie alle über mich hergefallen sind. Auch meine ehemaligen politischen Mitstreiter. Aber ich habe gelernt, Dinge anzunehmen, die man nicht ändern kann. Auch Dinge loszulassen und nur dort anzusetzen, wo man die Dinge selbst gestalten kann. Nämlich bei sich selbst. Aber auch das war ein Reifeprozess.“

Das ganze Interview mit HC Strache sehen Sie im Video oben.

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