Es war Rettung in letzter Sekunde, als am Sonntag Einsatzkräfte eine 50-Jährige und ihren Sohn mit einer Kohlenmonoxidvergiftung aus ihrer Wohnung retteten. Die Frau dürfte die Gefahr eines defekten Pelletofen unterschätzt haben. Wie gefährlich sind solche Öfen wirklich. Die „Krone“ sprach mit Experten.
Kohlenstoffmonoxid: farb-, geruchs- sowie geschmacklos und in kleinsten Dosen schon tödlich. „Es reicht, wenn die Umgebungsluft mit einem Prozent an Kohlenstoffmonoxid (CO) angereichert ist. Dann tritt der Tod in wenigen Minuten ein“, warnt Martin Pirz, Präsident des Kärntner Roten Kreuz und selbst Notarzt. Daher sei es auch verwunderlich, dass jene 50-jährige Ferlacherin und ihr Sohn nach gut zwei Tagen in der vergifteten Wohnung, mit dem Leben davon gekommen sind (wir berichteten). Doch wie entsteht eigentlich das tödliche Gas?
Unvollständige Verbrennung als Auslöser
„Kohlenstoffmonoxid entsteht durch eine unvollständige Verbrennung von Brennstoffen“, erklärt Wolfgang Germ, stellvertretender Branddirektor der Klagenfurter Berufsfeuerwehr. Besonders unsachgemäß gewartete Durchlauferhitzer würden dabei eine große Gefahr darstellen, die Menschen viel zu spät merken. „Alles beginnt mit massiven Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen und Übelkeit“, warnt Pirz im Gespräch mit der „Krone“. In weiterer Folge führen die Symptome zur Bewusstlosigkeit und zum Tod.
Bei Symptomen sollte man sofort ein Fenster geöffnet und alle Personen ins Freie gebracht werden.
Wolfgang Germ, Berufsfeuerwehr Klagenfurt
Schwierige Therapie nach CO-Vergiftung
Können Einsatzkräfte Vergiftete noch retten, dann wartet ein besonders herausfordernder Einsatz auf Rettungssanitäter und Notärzte, denn „Kohlenstoffmonoxid hat eine wesentlich höhere Bindungskraft an die Blutkörperchen als Sauerstoff.“ Und daher müssen die Einsatzkräfte rasch versuchen, mittels Sauerstoffgabe das Kohlenstoffmonoxid aus dem Körper wieder zu verdrängen. „Einige Patienten werden dafür sogar in eine Druckkammer gebracht; dort wird dann der Umgebungsdruck erhöht und unterstützt die Therapie“, erklärt der erfahrene Notarzt.
Noch immer befinden sich die 50-jährige Ferlacherin und ihr 10-jähriger Sohn im Klinikum Klagenfurt. „Sie sind noch stationär bei uns und werden betreut“, sagt Nadin Trost, Pressesprecherin der Kabeg-Krankenhäuser.
Aber nicht nur für Verunfallte ist eine Kohlenmonoxidvergiftung extrem lebensbedrohlich. Auch Einsatzkräfte merken beim Eintreffen nicht, dass sie sich mitten in einer tödlichen Wolke des geruchlosen Gases befinden. „Da es nur eine geringe Konzentration an Kohlenstoffmonoxid in der Luft braucht, können auch bei den Rettungsteams binnen weniger Minuten die typischen Symptome auftreten“, so Pirz. Daher stattete das Kärntner Rote Kreuz vor wenigen Jahren alle Rettungswägen und Notarztfahrzeuge mit einem entsprechenden CO-Warner aus. Auch die Kärntner Feuerwehren sind mit dem Gerät ausgestattet.
Der Rot-Kreuz-Präsident hat aber für alle, die einen Ofen oder eine ähnliche Heizungsanlage zu Hause haben, einen wertvollen Tipp parat: „Ein CO-Warner kostet nicht viel und sollte in der Nähe einer Heizquelle angebracht werden!“
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