Keine andere österreichische Indie-Band hat in den letzten Jahren einen derartigen Hype ausgelöst wie aktuell Endless Wellness. In Graz präsentierte das Quartett sein vor wenigen Wochen erschienenes Debütalbum „Was für ein Glück“ und traf auf ein Publikum, das bereits jeden Song mitsingen konnte.
Es gibt sie, diese Bands, die bei der Live-Präsentation ihres Debütalbums schon klingen, als würden sie seit Jahrzehnten gemeinsam auf der Bühne stehen und gerade ihr „Greatest Hits“-Album vermarkten. Wanda war so eine Band zum Beispiel, oder auch Granada.
Hype-Band der Stunde
Und auch Endless Wellness, die neue österreichische Hype-Band der Stunde, fällt in diese Kategorie. Das hat das Quartett aus Salzburg und Wien (live noch erweitert um einen Schlagzeuger) am Donnerstag bei einem ausverkauften Indiepartment-Konzert im Grazer Orpheum eXtra eindrucksvoll bewiesen.
Der Grund dafür liegt einerseits in der Band selbst: Hemmungslos werfen sich die Musiker um den charismatischen Sänger Philipp Auer hinein in die ganz großen Gefühle, in die ganz großen Melodien, in den ganz großen Pop. Gleichzeitig finden sie aber immer auch Momente des Innehaltens, der Achtsamkeit und der Reflexion. Ihre Songs sind exzessiv und frech, aber auch melancholisch und tröstend. Sie sind die musikalische Anerkennung einer gesellschaftlichen Erschöpfung, zugleich aber auch ein Aufbegehren gegen die Elterngeneration – nicht zuletzt auch, indem die Band darin immer wieder deren musikalische Helden zitiert und verfremdet.
„Was für ein Glück“
Der zweite Grund, warum Endless Wellness aber schon am Beginn der Tour für ihr Debütalbum „Was für ein Glück“ so klingt, als wäre die Band seit Jahrzehnten im Business, liegt an der Wirkung auf das Publikum. Songs wie „Danke für alles“, „Hand im Gesicht“ oder „Donnerwetterblitz“ wurden zu Instant-Hits, der Großteil der Konzertbesucher in Graz kann jeden davon mitsingen.
Und so fühlt sich dieses Konzert niemals so an, als würde man hier gerade etwas Neues kennenlernen. Kritiker würden sagen: weil Endless Wellness auch nichts revolutionär Neues macht. Das ist letztlich aber auch egal, denn was die Band da auf die Bühne bringt, ist so gut und der Zugang so frisch, dass das Quartett wirklich das Zeug hat, zur Stimme einer Generation zu werden.
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