Auch wenn der Golfsport zuletzt jährlich für einen weltweiten Umsatz von 77 Milliarden Euro gesorgt hat: Abseits der heimischen Greens werden von den Clubs allen voran in Oberösterreich oft rote Zahlen geschrieben . . .
Sechshundert mal Eintausendsechshundert Euro!
Daumen mal Pi ist das in Österreichs Golfsport die Budget-Hochrechnung, die am Ende einer Saison dafür sorgen soll, dass ein Club abseits des Green schwarze Zahlen schreibt. Liegen Mitgliederanzahl und/oder Mitgliedsbeiträge darunter, sind es meist rote . . .
Wie sie der GC Schärding schrieb, der diese Woche ein Konkursverfahren beantragt hat. Was letzten Sommer auch der Golfclub Traunsee-Kirchham tun hatte müssen. Und auch wenn Letzterer inzwischen als GC Traunsee Almtal seine Auferstehung gefeiert hat, untermauern nicht nur diese beiden Fälle dies, dass Golfplätze hierzulande oft eher 20 anstatt nur 18 Löcher haben, wartet am Ende doch nicht nur oft mit dem Vereinslokal das so genannte „19. Loch“, sondern danach auch noch ein finanzielles.
Konkursantrag hat nicht überrascht
„Die Hälfte aller Klubs in Oberösterreich muss jeden Euro zweimal umdrehen“, sagt Golf-Landespräsident Karl Dauerböck. Er ist persönlich weder von der Pleite des GC Schärding überrascht, noch von der allgemein wirtschaftlich schwierigen lokalen Situation in einer Sportart, die weltweit 77 Milliarden Euro pro Jahr umsetzt.
Das Problem für uns in Oberösterreich ist, dass wir mit 28 Vereinen österreichweit die größte Dichte an Golfclubs haben.
OÖ-Landespräsident Karl Dauerböck
„Das Problem für uns in Oberösterreich ist, dass wir mit 28 Vereinen österreichweit die größte Dichte an Golfclubs haben. Damit teilen sich Mitglieder und Beiträge auf zu viele Vereine auf“, erklärt Dauerböck, der die Ursache für dieses Problem darin sieht, dass es im Land ob der Enns vor rund 30 Jahren einen Golfplatz-Bauboom gab.
Riesiges Überangebot
„Umgekehrt haben wir in den letzten 20 Jahren österreichweit auch ein Viertel aller Spieler verloren – was das Überangebot verschärft hat“, sagt Dauerböck. Was wiederum die Mitgliedsbeiträge sinken ließ. Dauerböck weiß aber: „In Österreich braucht ein Golfclub zum Überleben rund 600 Vollmitglieder, die nicht weniger als 1600 Euro im Jahr bezahlen sollten.“
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.