06.08.2012 10:32 |

Bittere Derby-Pleite

Rapids Königshofer nach 0:3: "Zurzeit rennt's deppert"

Seit sechs Derbys ohne Sieg, seit drei ohne Tor, Trainer Peter Schöttel wartet immer noch auf seinen ersten vollen Erfolg gegen den Erzrivalen aus Wien-Favoriten, dazu scheinen die Spielkultur und das Selbstvertrauen vom Saisonbeginn ebenso verflogen wie die anfänglich postulierten Titelambitionen - für Rapid sieht's nach der bitteren 0:3-Heimpleite am Sonntag gegen die Wiener Austria düster aus. Oder, wie es Goalie Lukas Königshofer auf den Punkt brachte: "Zurzeit rennt's deppert."

Auch Königshofer selbst, in der Vorsaison hochgelobter grün-weißer Shootingstar, durchlebt derzeit eine schwierige Phase. Nach dem Blackout beim Europa-League-Qualifikationsspiel in Novi Sad, das zum zwischenzeitlichen 2:0 führte, machte er auch beim ersten Gegentor im Derby nicht den sichersten Eindruck: Anstatt den geradezu stümperhaften Stefan Kulovits im Zweikampf an der Toroutlinie gegen Manuel Ortlechner zu unterstützen, sah er zu, wie Ortlechner den Ball auf Roman Kienast spitzelte, der ihn nur noch zum 1:0 über die Linie zu drücken brauchte. "Der 'Kulo' wollte den Ball offenbar ins Out lassen. Wir haben alle miteinander schlecht kommuniziert", so Königshofer selbstkritisch.

Kulovits: "Das war dumm"
Kulovits stimmte ein: "Die Situation beim 0:1 war dumm. Das darf einfach nicht passieren. Das Spiel ist für uns nicht gut gelaufen." Auch spielerisch vermochte Rapid so gar nicht zu überzeugen. Aus den 57 Prozent Ballbesitz konnten die Hütteldorfer praktisch überhaupt kein Kapital zu schlagen. Die Austria war auf Offensivverteidiger Christopher Trimmel gut eingestellt, Sturmtank Terrence Boyd blieb über weite Strecken farblos, vergab in der Schlussphase sogar noch aus kurzer Distanz kläglich. Und selbst Kapitän Steffen Hofmann konnte keine Akzente setzen.

Da ging auch Cheftrainer Schöttel der Schmäh aus. "Das erste Tor war ein entscheidender Faktor. Danach hatte ich nicht den Eindruck, dass wir noch reagieren konnten", analysierte er nach der "bitteren Niederlage": "Die Austria hat auch in dieser Höhe verdient gewonnen."

Stöger: "Ich bin ja kein Hexer"
So sah es auch Schöttels violettes Pendant, Peter Stöger. "Es war ein verdienter Sieg, über weite Strecken war ich mit dieser Vorstellung sehr glücklich", meinte der der Veilchen-Coach, der ein glückliches Händchen bewies, in dem er Roland Linz auf der Bank ließ, dafür Kienast von Beginn an brachte. Linz war in den ersten Spielen auch sehr bemüht, hatte aber Pech. Kienast hat sich im Training aufgedrängt, für ihn hat die Tendenz gesprochen. Dass das so aufgeht, war natürlich auch Glück, ich bin ja kein Hexer. Schön, dass er seine Möglichkeiten genützt hat. Vielleicht gibt es in Zukunft einen Sturm mit Kienast und Linz, auch das ist eine Option", so Stöger.

Rapid will sich in der EL rehabilitieren
Rapid hat derweil ganz andere Sorgen: Am Donnerstag muss im Europa-League-Qualifikationsrückspiel gegen Novi Sad im Hanappi-Stadion ein Sieg - möglichst ohne Gegentor - und vor allem eine Leistungssteigerung gegenüber dem Derby her. "Wir müssen jetzt die Klatsche aufarbeiten und im Europacup aufsteigen", weiß Trainer Schöttel. Sonst wäre der grün-weiße Hausfrieden in der noch so jungen Saison schon einmal ordentlich gestört.

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