06.07.2012 11:06 |

Doping-Prozess

Freisprüche für Schröcksnadel, Gandler und Mayer

Im Dopingprozess wegen der Vorfälle bei den Olympischen Winterspielen in Turin 2006 gegen aktuelle und frühere ÖSV-Mitglieder hat es am Freitag in Susa (Italien) sechs Freisprüche und drei Verurteilungen gegeben. Freisprüche erster Klasse gab es für ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, Sportdirektor Markus Gandler, Ex-Trainer Walter Mayer, Sportmediziner Peter Baumgartl sowie die beiden Langläufer Martin Tauber und Jürgen Pinter.

Bedingte Verurteilungen und Geldstrafen erhielten der frühere Langlauf-Trainer Emil Hoch sowie die beiden Biathleten Wolfgang Perner und Wolfgang Rottmann. Der Liechtensteiner Hoch wurde zu einem Jahr und acht Monaten sowie einer Geldstrafe von 26.000 Euro verurteilt. Der Olympia-Dritte Perner wurde mit einem Jahr und sechs Monaten sowie 23.000 Euro sanktioniert, Ex-Weltmeister Rottmann mit einem Jahr und vier Monaten sowie 20.000 Euro.

Die Staatsanwaltschaft hatte allen Angeklagten Dopingpraktiken bzw. die Begünstigung derselben vorgeworfen und mehrjährige Haft- sowie Geldstrafen gefordert. Alle Angeklagten hatten sich nicht schuldig bekannt. Das Verfahren von Langläufer Johannes Eder wurde ausgeklammert, in diesem Fall wird es zu einem getrennten Urteil kommen.

Große Erleichterung bei Gandler
Gandler sagte zu dem Urteil: "Das ist eine große Erleichterung. Mein Vertrauen in die italienische Justiz war groß. Wir haben bewiesen, dass keine strafrechtlichen Handlungen begangen worden sind. Das freut mich vor allem auch für Präsident Peter Schröcksnadel. Er hat auf der ganzen Linie bewiesen, dass er unschuldigt ist."

Schröcksnadel: "Stets korrekt gehandelt"
Wolfgang Burchia, Rechtsanwalt von Schröcksnadel, sah in dem Urteil einen Sieg der Gerechtigkeit: "Dieses Urteil ist eine wahre Ohrfeige für die Staatsanwaltschaft. Es handelt sich um einen Freispruch erster Klasse." Und Schröcksnadel selbst sagte: "Der ÖSV hat von Beginn an stets korrekt gehandelt und sich nichts vorzuwerfen, dies steht nunmehr auch gerichtlich fest. Der Skiverband hat sich seit jeher vehement im Kampf gegen Doping engagiert."

Rottmann: "Die können mir die Schuhe aufblasen"
Rottman und Perner haben bereits Berufung gegen ihre Strafen angekündigt. Rottmann: "Die können mir die Schuhe aufblasen. Das Ganze ist ein Kasperltheater! Ich habe von Italien nie einen Schrieb oder eine Vorladung bekommen und habe meinen Strafverteidiger nie kennengelernt. Schauen wir einmal, ob ich jetzt das Urteil überhaupt bekomme." Und Perner meinte: "Das Urteil ist nicht korrekt. Anfangs habe ich Post aus Italien zugestellt bekommen, aber nur auf Italienisch. Ich habe dem Gericht dann mitgeteilt, dass ich nicht Italienisch kann und sie mir solche Sachen auf Deutsch schicken sollen. Zuletzt habe ich keine Post mehr aus Italien bekommen."

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