Bereits 9. Exekution
Weiterer Demonstrant (23) im Iran hingerichtet
Der 23-jährige Mohammed Ghobadlu hatte kurz nach Ausbruch der Proteste Ende 2022 im Iran an Demonstrationen teilgenommen. Das reichte für das Regime aus, um den jungen Mann am Dienstagmorgenhinrichten zu lassen. Die Organisation Amnesty International erklärte, dass sein Geständnis durch Folter erzwungen wurde.
Die Iranische Justiz hatte Ghobadlu vorgeworfen, einen Polizisten bei Protesten gegen die Regierung getötet zu haben, berichtete das Portal Misan, das als Sprachrohr der Behörde gilt. Er wurde wegen „Korruption auf Erden“ zum Tode verurteilt und nun am frühen Morgen gehängt.
Keine Chance auf Berufung gegen Todesurteil
Wie „Time“ berichtete, hatten viele Menschen am Dienstag vor dem Rajai Shahr-Gefängnis demonstriert, wo der regierungskritische Häftling untergebracht war, als sie davon erfahren hatten, dass das Todesurteil vollstreckt werden sollte. Sein Anwalt erkläre, die Hinrichtung sei „völlig illegal“ gewesen - Ghobadlou sei das Recht genommen worden, gegen das Todesurteil Berufung einzulegen. Der junge Mann war fast 500 Tage in Haft.
Amnesty kritisierte, dass das Todesurteil in einem unfairen Scheinprozess verhängt wurde, die „Geständnisse“ durch Folter erzwungen worden seien und auch die psychische Krankheit Ghobadlous nicht berücksichtigt wurde. Der junge Mann sei seit seinem 15. Lebensjahr wegen einer bipolaren Störung unter der Aufsicht einer psychiatrischen Klinik gestanden. Internationale Gesetze würden die Anwendung der Todesstrafe gegen Menschen mit geistiger Behinderung verbieten.
Bereits neun Demonstranten hingerichtet
Die landesweiten Proteste gegen die Regierung wurden 2022 durch den Tod der 22-jährigen Iranerin Mahsa Amini ausgelöst. Nachdem ihr Kopftuch verrutscht war, wurde sie von der Moralpolizei festgenommen und starb wenige Tage später - vermutlich wegen der Gewalt während ihrer Festnahme. Das Regime schlug die Demonstrationen gewaltsam nieder und nahm viele Demonstranten fest. Mittlerweile hat die Islamische Republik neun Menschen hinrichten lassen, die an den Protesten teilgenommen hatten.
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