Der Bezirk Reutte ist eklatant unterversorgt, wenn es um soziale Einrichtungen geht. LR Eva Pawlata stellt nun gravierende Neuerungen in der Kinder- und Jugendarbeit in Aussicht, auch von Gewalt betroffene Frauen werden eine Rückzugsmöglichkeit erhalten. Die „SchuSo“ hat bereits begonnen.
Es sei ihr ein Anliegen, die Soziallandschaft in allen Regionen Tirols auszubauen, beteuerte Soziallandesrätin Eva Pawlata beim Außerfernbesuch in Reutte. Damit begab sie sich sozial in die Höhle des Löwen, denn die Unterversorgung brachte Martin Vindl von der Kinder- und Jugendhilfe der BH auf den Punkt: „Junge Menschen im Außerfern, die gezwungenermaßen von der Familie gehen müssen, mussten in einen anderen Bezirk oder ins Allgäu gebracht werden und wurden somit brutal aus ihrem sozialen Umfeld gerissen.“
Dass sich dies ändern wird, und zwar heuer noch, garantiert die Landesrätin. Eine Freude natürlich für Katharina Rumpf, die Bezirkshauptfrau: „Der Wunschzettel, den ich im Sommer an die Frau Landesrätin weitergeleitet habe, wurde erfüllt.“
2024 wird im Umkreis eine so genannte Übergangswohnung für von Gewalt betroffenen Frauen sowie deren Kinder entstehen. Damit schaffen wir die erste Schutzunterkunft im Bezirk Reutte.
Eva Pawlata
Quantensprung im Opferschutz
In die Kinder- und Jugendhilfe in Reutte investiert das Land heuer rund eine halbe Million Euro. Damit sollen Unterkunfts- und Betreuungsplätze für Jugendliche geschaffen werden, die etwa von Gewalt betroffen sind und nicht im Familienverbund bleiben können. Diese werden erstmals auch innerhalb des Bezirks entsprechend betreut werden können. „2023 verzeichneten wir im Bezirk Reutte im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von über 30 Prozent bei Gefährdungsmeldungen“, ergänzt Vindl. Räumlichkeiten, die bis zu fünf Bewohnern Platz bieten, werden gesucht.
Auch Frauen können Opfer von Gewalt sein. Pawlata: „2024 wird im Umkreis eine sogenannte Übergangswohnung für von Gewalt betroffene Frauen sowie deren Kinder entstehen. Damit schaffen wir die erste Schutzunterkunft im Bezirk Reutte.“
2023 verzeichneten wir im Bezirk Reutte im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von über 30 Prozent bei Gefährdungsmeldungen.
Martin Vindl
„SchuSo“ hat Arbeit bereits aufgenommen
Bereits gestartet ist die Arbeit der „SchuSo“ (Schulsozialarbeit) an den zwei Mittelschulen und der Polytechnischen Schule als niederschwellige Chance, mit „neutralen Personen“ Probleme zu lösen. Zwei Sozialarbeiter werden zwischen den Schulen pendeln und sich mit den Themen der Schüler beschäftigen. Zurzeit suche man nach geeigneten Immobilien für den Opferschutz, bestätigt BH Rumpf, die mahnt: „Der Bedarf ist mehr als gegeben!“
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