Sexismus-Vorwürfe

Mann tanzt Frau an: Szene aus TV-Spot verbannt

Medien
20.09.2023 19:00

„Die heute entdeckte Werbung hat mich wirklich schockiert.“ Und: „Das ist der Gipfel der Geschmacklosigkeit.“ Der Vorwurf, der nun eine österreichweite Supermarktkette dazu bewogen hat, die Sequenz aus dem TV-Spot zu verbannen und zu verschrotten: Sexismus! Und was ist auf dem Video zu sehen? Ein Mann tanzt eine Frau an.

Insgesamt fünf Beschwerden über den Spot sind beim Werberat eingelangt. Und sie lesen sich etwa so: „Schon seit einigen Tagen läuft, meist vor dem Hauptabendprogramm, ein Werbespot, den ich als äußerst sexistisch und als Gipfel der Geschmacklosigkeit bezeichnen möchte. In der Schlusssequenz nähert sich ein Tänzer einer Gitarre spielenden Frau und reibt sich an deren Oberschenkel sein Hinterteil, wie ein Hund, der sein Revier markiert, und schiebt dabei ihr Kleid hoch.“

Eine andere Beschwerde: „Wie soll ich meinen Kindern erklären, was der da macht und was seine Gedanken dabei sind? In der heutigen Zeit braucht es solche Werbungen echt nicht mehr.“ Sogar die Gleichstellungsbeauftragte beim AMS meldete sich zu Wort und beklagte die „stereotypische Rollenverteilung“, „die überholte Männerfantasie“ und die „eindeutige übersexualisierte Darstellung des weiblichen Geschlechts“.

Eine Beschwerde an den Werberat lautete: „Wie soll ich meinen Kindern erklären, was der da macht und was seine Gedanken dabei sind?“ (Bild: stock.adobe.com)
Eine Beschwerde an den Werberat lautete: „Wie soll ich meinen Kindern erklären, was der da macht und was seine Gedanken dabei sind?“

Der Werberat urteilte: „Das betroffene Unternehmen hat nach unserer Kontaktaufnahme sofort reagiert und die beanstandete Werbemaßnahme abgeändert (letzte Sequenz wurde adaptiert). Der beanstandete Werbespot wird nicht mehr ausgespielt. Unser Beschwerdeverfahren sieht bei einer Rücknahme bzw. bei einer Abänderung einer Werbemaßnahme durch das Unternehmen keine weitere Behandlung der Beschwerde vor.

Die Supermarktkette selbst erklärte auf „Krone“-Anfrage: „Bei der Gestaltung dieser Werbemaßnahme war keinerlei diskriminierender Hintergedanke gegeben. Durch den Hinweis, der über den Werberat bei uns eingelangt ist, haben wir jedoch bemerkt, dass wir uns in diesem TV-Spot mit einem Bild-Sujet missverständlich ausdrücken, was uns sehr leidtut. Aus diesem Grund haben wir die beanstandete Sequenz umgehend geändert und es wird nur noch der adaptierte Spot ausgespielt.“

Kurzum: Es hat sich ausgetanzt.

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