07.01.2012 12:34 |

Straßen freigegeben

Viele Skiorte in Tirol und Vorarlberg wieder erreichbar

Langsam, aber sicher entspannt sich die Situation im schneegeplagten Westen Österreichs etwas – sowohl die seit Freitagmorgen von der Umwelt abgeschnitten gewesenen Skiorte am Arlberg wie Stuben, Zürs und Lech als auch jene im Hinteren Paznauntal sind seit dem späten Samstagvormittag wieder auf dem Straßenweg erreichbar. Für die Fahrt in die Arlberg-Skiorte benötigen Pkws allerdings weiterhin Winterausrüstung. Die Lawinengefahr bleibt hoch.

In den fünf Skiorten Lech, Zürs, Stuben und Warth am Arlberg sowie Gargellen im Montafon waren seit Freitag rund 15.000 Einheimische und Gäste eingeschneit gewesen. Doch das ist jetzt Geschichte: "Die Straßen sind kurz nach 11.20 Uhr für den Verkehr freigegeben worden", erklärte Lechs Bürgermeister Ludwig Muxel am Samstag zur Erleichterung der Betroffenen. Warth war bereits seit Samstag früh wieder erreichbar.

52 Menschen zwei Tage lang eingeschneit
Zwei Tage lang saßen 52 Menschen auf der eingeschneiten Lindauer Hütte im Montafon fest, mit einem Hubschrauber des Bundesheers konnte man sie am späten Samstagvormittag ins Tal fliegen. Wegen der Lawinengefahr sei ein selbstständiger Abstieg nicht möglich gewesen, so Sicherheitslandesrat Erich Schwärzler. Die Lindauer Hütte liegt auf 1.744 Metern Seehöhe, da das Gauertal derzeit wegen der großen Lawinengefahr gesperrt ist, gab es für die 52 Personen keinen Rückweg ins Tal.

Schneeräumer im Dauereinsatz
Auf der Silvretta-Bundesstraße in Tirol war die Schneeräumung am Samstagvormittag noch in vollem Gang – unter anderem in Kappl war die Straße am Freitag von einem Schneebrett meterhoch verschüttet worden. Wieder erreichbar sind zudem St. Anton und St. Christoph am Arlberg. Auch im Hinteren Zillertal bei Ginzling wurde die Bundesstraße nach dem Lawinenabgang wieder freigegeben.

In Tirol war die Lawinensituation am Samstag allerdings generell weiter angespannt. Trotz einer Niederschlagspause wurde in den Nordstaulagen zwischen Silvretta und Außerfern die Stufe 4 der fünfteiligen Skala erreicht. Probleme gab es nach wie vor bei der Stromversorgung in 35 der 279 Gemeinden des Landes. Rund 1.800 Haushalte waren betroffen.

Frau und zwei Kinder von Lawine erfasst
Lawinen hatten am Freitag nicht nur Straßen unpassierbar gemacht, sondern auch Menschen und Fahrzeuge verschüttet. Bei einem Lawinenabgang auf einen Parkplatz in Galtür im Bezirk Landeck wurde eine Frau verletzt, zwei Kinder konnten unverletzt geborgen werden.

In St. Jakob am Arlberg ging eine Lawine auf eine Bundesstraße ab. Nach Angaben der Polizei konnte ein Lawinendamm einen Teil der Schneemassen abfangen, zwei Fahrzeuge wurden aber erfasst. Die Insassen beider Autos blieben unverletzt, ein Fahrzeug wurde beschädigt.

Arlbergbahnstrecke gesperrt
Auch auf einigen Eisenbahnstrecken herrscht seit Freitag erhöhte Lawinengefahr: Die Arlbergbahn wurde von der Lawinenkommission als nicht befahrbar befunden und gesperrt. Laut Mitteilung der ÖBB wurde zwischen den Bahnhöfen Ötztal und Bludenz ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Im Fernverkehr sei mit größeren Verzögerungen zu rechnen, bedauerte ÖBB-Pressesprecher Rene Zumtobel. Durch umgestürzte Bäume wurde zudem die Oberleitung im Tiroler Oberland auf einer Länge von 1.000 Metern beschädigt. Mehrere Ausleger, die zum Befestigen der Fahrleitung dienen, müssen erneuert werden.

Bahnstrecke Reutte-Garmisch gesperrt
Die Karwendelbahn zwischen Innsbruck und Scharnitz konnte nach einer Unterbrechung ihren Betrieb wieder aufnehmen, die weitere Strecke bis Mittenwald bleibt aber wegen Lawinengefahr gesperrt. Unterbrochen ist auch die Bahnstrecke Reutte-Garmisch.

Aufgrund der angespannten Wettersituation und der damit verbundenen Lawinengefahr hat das Bundesheer mittlerweile acht Hubschrauber in erhöhte Bereitschaft versetzt. Zwei Hubschrauber des Typs Alouette 3, zwei Agusta Bell 212 sowie vier S-70 "Black Hawk" sollen bei Bedarf für Einsätze in Tirol und Vorarlberg bereit stehen.

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