„Peace Index“ zeigt:

Konflikte: Höchste Totenzahl seit Ruanda-Genozid

Ausland
28.06.2023 08:16

Zum neunten Mal in Folge ist die Welt weniger friedlich geworden, wie der Global Peace Index der Denkfabrik Institute for Economics and Peace zeigt. Während sich die mediale Aufmerksamkeit des Westens stark auf den Ukraine-Krieg konzentriert, forderte der Tigray-Konflikt in Äthiopien im vergangenen Jahr sogar für noch mehr Todesfälle.

Seit dem Völkermord in Ruanda GAB es nicht mehr so viele Tote durch kriegerische Auseinandersetzungen wie im vergangenen Jahr gegeben. Laut Global Peace Index starben im vergangenen Jahr 238.000 Menschen weltweit infolge von Kampfhandlungen. 1994 hatte der Genozid in Ruanda allein 800.000 Menschen das Leben gekostet.

Im Global Peace Index bewerten die Experten des IEP das Maß an Frieden in 163 Ländern der Welt anhand von 23 qualitativen und quantitativen Indikatoren. Daraus erstellen sie eine Rangliste der Länder vom friedlichsten Land zu dem mit dem geringsten Maß an Frieden. Insgesamt wurde die Welt zum neunten Mal in Folge weniger friedlich, wie aus dem Index hervorgeht.

Ein Miliz-Soldat neben einem Massengrab in Äthiopien (Bild: AFP)
Ein Miliz-Soldat neben einem Massengrab in Äthiopien

Tigray-Konflikt forderte mehr als 100.000 Todesfälle
Der Konflikt mit den meisten Opfern im vergangenen Jahr war bei Weitem der Tigray-Konflikt in Äthiopien. Dort kamen dem Bericht zufolge im Jahr 2022 mehr als 100.000 Menschen bei Kämpfen ums Leben. Mindestens doppelt so viele starben zudem durch Krankheiten und Hunger infolge der Auseinandersetzungen zwischen äthiopischen und eritreischen Regierungstruppen und den Rebellen der TPLF (Tigray People‘s Liberation Front). An zweiter Stelle steht der russische Angriffskrieg in der Ukraine. Dort verloren im vergangenen Jahr nach IEP-Angaben zufolge mindestens 82.000 Menschen ihr Leben.

Zu den Indikatoren, die beim Global Peace Index betrachtet werden, gehören neben der Zahl der Toten durch interne und internationale Konflikte beispielsweise auch die Mordrate, Grad der Militarisierung, Waffenexporte, Terrorismus, politische Instabilität und die Zahl der Gefängnisinsassen.

Zudem schätzen die Experten auch die wirtschaftlichen Kosten von bewaffneten Konflikten. Diese beliefen sich demnach im vergangenen Jahr auf 17,5 Billionen US-Dollar (etwa 16 Billionen Euro). Das entspricht 13 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts.

Österreich auf Platz fünf der friedlichsten Länder
Die drei friedlichsten Länder der Welt sind dem Index zufolge Island, Dänemark und Irland. Österreich folgt auf Platz fünf. Die Schlusslichter bilden Afghanistan, der Jemen und Syrien.

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